Missio bringt die Kunst und den Lebensstil des Senegal in die Eifel
Es war Punkt 19.30 Uhr, als die Gruppe des Klosters „Keur Moussa“, zu deutsch etwa „Haus des Mose“, nach Ansprache von Herrn Latz begann. Es folgte ein Abend voller neuer, abenteuerlicher Erfahrungen und einem neu angestoßenen Dialog zwischen Europa und Afrika.

Obwohl nicht allzusehr bewandert in der französischen Sprache, ließ es sich der Schulleiter des Hermann-Josef Kollegs, Heinrich Latz, natürlich keinesfalls nehmen, seine Ansprache den senegalesischen Gästen zu Liebe auch auf deren Landessprache zu wiederholen. An seine von großer Freude über die Anwesenheit geprägte Laudatio ging ein Einstand der Folk-AG rund um Gerd Weimbs und Ulrich Paulus, die ebenjene AG vor langer Zeit ins Leben riefen und auch heute noch aufopferungsvoll betreuen, voraus. Die Arbeitsgemeinschaft trug ausgesuchte Feinheiten aus der Welt der Musik vor, so zum Beispiel das in Irland sehr populäre Lied „Ein wunderbarer Tag“, eine deutschsprachige Interpretation einer unter der Diktatur Augusto Pinochets entstandenen Partisanenhymne sowie einem Werk aus England, dessen Urheber sich tief bewegt von einem Besuch im Anne-Frank-Haus in Amsterdam zu diesem emotionalen Stück inspirieren ließ.
Nach dem Vorspiel der Folk-AG betraten nun die lange erwarteten Gäste Steinfelds die Bühne; die Angehörigen der Gruppe „Keur Moussa“, die Benediktinermönche Pater Dominique Catta und seine Mitbrüder Abbé Thomas Gomis sowie Abbé Maixent Ndeki vereinen die althergebrachten gregorianischen Choralgesänge mit der tiefen und erdigen Musik ihrer Heimat, geprägt vor allem von Trommeln und der sogenannten „Kora“, einem in Europa weitgehend unbekannten Instrument, angelehnt an die an die europäische Gitarre und über Jahrhunderte Zeuge der westafrikanischen Musikentwicklung.
Vorgetragen wurden vor allem biblische Psalme und kirchliche Gesänge in einem Dialekt der senegalesischen Landessprache. Zum Vortrag kamen unter anderem die Psalme 148 und 290, instrumentalisiert nicht nach üblichem, europäischem Geschmack, sondern ungeachtet der ungewohnten Umgebung mit dem gleichen Feuer und der gleichen Lebenslust, die den Einwohnern des Senegal zu Eigen ist.
Nach ausgiebigen Applaus, den sich die drei afrikanischen Musiker nach einer fast einstündigen Vorstellung redlich verdient hatten, während derer sie ebenso auf Französisch wie auf Deutsch parlierten, betrat Abbé Pierre Dione die Bühne. Abbé Dione ist in Amtsfusion Präsident der senegalesischen und gesamt-westafrikanischen Priestervereinigung. Konfrontiert mit Fragen der beiden Angehörigen der Jahrgangsstufe Q1, Iris Brück und Nina Dederichs, berichtete er von den Fortschritten der Kirche Senegals im Kampf gegen die weibliche Beschneidung, im Dialog mit der muslimischen Mehrheit des Landes und seinen Erfahrungen mit und in Deutschland, die er mit Anekdoten aus seiner Studienzeit zu ergänzen wusste.
Allzu schnell nur kam das Ende des Abends, und unter erneutem großen Applaus verabschiedeten sich unsere Gäste aus dem Senegal, um ihre von der kirchlichen Hilfsorganisation „missio“ organisierte Reise durch Deutschland zur nächsten Etappe zu bringen.
Thorben Lanzrath, Schüler des Hermann-Josef-Kollegs - Stufe 12