Täglicher Impuls der GdG-Steinfeld

Impuls vom 30. Mai 2020:

Zeugnis ablegen

Die Apostel haben Zeugnis abgelegt für ihren Glauben, was nicht immer leicht war. Gott war ihr Rückhalt, ihre Kraft. Zeugnis ablegen für den Glauben! Das hat mit Stärke, Selbstbewusstsein, Rückgrat, Überzeugung, Liebe und Vertrauen zu tun.
Vertrauen ist das, was einer Berufung vorausgeht: das Vertrauen nämlich, das Gott in einen Menschen setzt. Vertrauen, das er in jede und jeden von uns setzt. Jeder, ob Kind, Erwachsener, alt oder jung, ist eingeladen, so zu leben, dass andere in der Begegnung mit uns Gottes Liebe in unseren Augen, unserem Handeln und unserem Auftreten erkennen. Es gehört aber auch jemand dazu, der diesen Ruf hört.
Jemand, der den Mut hat, seinen Glauben ganz offen zu bezeugen. Das ist nicht immer einfach. Man wird belächelt, gehänselt, beschimpft oder auch verfolgt. Das muss man aushalten können. Die Apostel oder Menschen wie Dietrich Bonhoeffer, Edith Stein und Maximilian Kolbe haben es uns vorgemacht. Wir alle glauben und bekennen uns zu unserem Glauben – im Vertrauen auf Gott und aus Liebe zu ihm.

Text: Ute Jansen; Grafik: Ruth Winterscheidt
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Impuls vom 29. Mai 2020:

Komm, Heiliger Geist. Konkret

Haben Sie schon mal versucht, jemandem zu erklären, was es mit „Dreifaltigkeit“ und „Heiligem Geist“ auf sich hat? Es ist nicht leicht, in Worte zu fassen, was der „Heilige Geist“ ist. Und doch ist der Geist Jesu lebendig und erfahrbar. Ich stehe vor einer großen oder kleinen Entscheidung. Welcher Weg führt zu mehr Leben? Was – auf längere Sicht – zu mehr wirklichem Leben, zu tieferer Freiheit führt – das ist der Geist Gottes. Seine Stimme aus den vielen anderen Stimmen heraus zu hören, das bedeutet für mich Christsein.

Text: Alice Toporowsky, Pastoralreferentin
Foto: Seelsorge Nationalpark Eifel
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Impuls vom 28. Mai 2020:

 Ein Miteinander von ganzem Herzen

"Un Mer sin jeder vum Mosaik ne Stein, Mer zesamme mer sin eins"  (Liedtext Kasalla "Mer sin eins")
Im Karneval sind wir alle eine bunte Schar fröhlicher Jecken. Herkunft, Beruf, Religion oder Weltanschauung verlieren an Bedeutung. Wie in einem Mosaik, alle Steine ergeben gemeinsam eine Einheit, dennoch ist jeder Stein unvollkommen und verschiedenartig. 
Ein Miteinander, das Individualität leben lässt, nicht aufrechnet und vergleicht, sich freut am Glück der anderen, sich nicht an Glaubenssätzen und unterschiedlichen Ansichten festbeißt. Ein Miteinander, das von Herzen kommt. 

Text, Textauswahl: Bettina Kurth 
Foto: GdG Steinfeld
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Impuls vom 27. Mai 2020:

Fluss des Lebens

Ein Fluss ist nicht immer gleichbleibend, manchmal fließt er ruhig oder auch schnell. Er kann sich verändern, wie auch das persönliche Leben sich ändern kann.

Im Moment spüre ich starke Veränderungen. Ich habe die Wahl, diese anzunehmen und mich vom Fluss tragen zu lassen oder dagegen anzukämpfen. Ich versuche diese Veränderungen als Chance zu sehen.

Guter Gott, schenke mir dazu Mut, Geduld und Gelassenheit.

Text und Foto (Motiv Mosel): Gaby Theis
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Impuls vom 26. Mai 2020:

Weiches Wasser

„Das weiche Wasser bricht den Stein… und sind wir schwach und sind wir klein, wir wollen wie das Wasser sein…“, so sang die niederländische Musikgruppe Bots vor beinahe 40 Jahren. Wenn ich Flüsse sehe, die Felsen gebrochen, Steine ausgehöhlt und kantiges Gestein zu runden Kieseln geschliffen haben, dann fällt mir dieses Lied ein.

Text: Ida Prinz-Hochgürtel, Gemeindereferentin;
Foto: Gregor Hochgürtel
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Impuls vom 25. Mai 2020:

Gebet für Menschen, die nicht zur Messe gehen können:

Heiliger Schutzengel mein,
geh für mich zur Kirche ein.
Knie dich an meinen Ort
und hör die Heilige Messe dort.
Bei der Opferung bring mich vor Gott
zum Opfer ganz und gar.
Bei der heiligen Wandlung dann,
bet mit Serafs Inbrunst an.
Bet für diese mich geliebet,
bet für diese mich betrübet.
Gedenk auch der Verstorbenen mein,
Jesu Blut wasch alle rein.
Beim Genuss von höchstem Gut,
bring mir Jesu Fleisch und Blut.
Wenn die Heilge Mess ist aus,
bring den Segen mir nach Haus.

Amen.

Textauswahl:  Gerti Breinig, Nettersheim;
Repro-Foto: Ruth Winterscheidt, Gemeindereferentin
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Impuls vom 23./24. Mai 2020:

Die Zeit vergessen – zum Hermann-Josef-Fest 2020

In der Vita von Hermann Josef wird berichtet, wie der Heilige oft bei der Feier der Eucharistie alles um sich herum vergessen hat. Er war so tief berührt, so „hin und weg“ vom Geheimnis der Liebe Gottes, dass er regungslos da stand und völlig vertieft war – manchmal über Stunden. Die Mitbrüder waren nicht immer begeistert und es gab sogar Beschwerden über zu hohen Verbrauch von teuren Altarkerzen. Nachvollziehbar – und dennoch berührt mich diese Selbstvergessenheit von Hermann Josef. Wie oft ertappe ich mich dabei, dass ich Zeiten für fast alles und jeden sehr genau kalkuliere. Aber Liebe rechnet nicht! Wo schaffe ich mir Freiraum für die Beziehung zu Gott, einfach so, ohne Blick auf die Uhr oder das Handy?

Alice Toporowsky, Pastoralreferentin; Foto: Hermann-Josef-Kelch, Steinfeld
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Impuls vom 22. Mai 2020:

Neue Türen öffnen!

„Wer immer tut, was er schon kann,

bleibt immer das, was er schon ist.“

(Henry Ford)

In großer Vorfreude - nach langer Kurzarbeit - bin ich bereit, eine neue Tür zu öffnen.

Gibt es eine neue Chance hinter dieser Tür?

Ich bin zuversichtlich und fühle mich in Gottes Hand.

Text, Text- und Fotoauswahl: Gaby Theis
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Impuls vom 21. Mai 2020:

„...der in den Himmel aufgefahren ist“,

....Ein Gesätz des glorreichen Rosenkranzes, das man in dieser Zeit in den Bittprozessionen hört, die Gott um seinen Segen für eine reiche Ernte und das Abwenden allen Unheils bitten.

Wesentliche Dinge, die in der Blase unseres luxuriösen Lebens schon längst keine besondere Bedeutung mehr genießen. Erst im Angesicht der Bedrohung von Gesundheit und Existenz, wie
Covid-19 es derzeit ist, gewinnen sonst selbstverständliche Dinge wieder an Popularität.

Ich bitte Jesus heute um Verzeihung, dass wir so wenig dankbar sind für unser Leben und ich bitte, dass jeder auf sein Leben schaut und sich immer wieder klar darüber wird, was wirklich zählt. Ich bitte, dass wir wieder lernen zusammen zu halten, zu teilen und zu helfen, nach dem Vorbild Jesu.

Text: Bettina Kurth;
Foto: http://ps-frohngau.de/Bilder-Dateien/Hagelkreuz%202012.JPG

Info zum Wort "Gesätz" bitte HIER klicken.
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Impuls vom 20. Mai 2020:

EIN Fehler

Im Labyrinth,
als Symbol für den Lebensweg,
kann kein Fehler gemacht werden,
außer dem,
den Weg nicht weiterzugehen.

Text/Foto (Labyrinth im Kloster Steinfeld): Ida Prinz-Hochgürtel, Gemeindereferentin
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Impuls vom 19. Mai 2020:

  

Gebet zur Muttergottes

Sieh O Mutter voll Vertrauen
knie ich hier vor deinem Bild.
Wende zu mir deine Augen,
deine Blicke sanft und mild.
Falte Mutter meine Hände,
die um Schutz zu dir gewandt,
falte sie in deine Hände,
dass wir beten Hand in Hand.
Meine Augen schaun vertrauend
auf zu dir dem Rettungsstern.

Mutter, lehre du mich beten,
ich bin eine Magd des Herrn.
Ach hilf du das Kreuz mir tragen,
dass mein Heiland mir gesandt.
Lege du auf meine Wunden
lindernd Mutter deine Hand.
Dann trag ich zulieb dem Heiland
alle Leiden freudig gern.
Sind ja Dornen seiner Krone,
sind ein Stück vom Kreuz des Herrn.
Und wie einst bei seinem Kreuze
Muttertreu ihn nie verließ,
ach, so hilf auch mir O Mutter,
bis hinauf ins Paradies.

O zärtliche Mutter,
erbarme dich über uns alle.
Amen

Textauswahl: Gerti Breinig, Nettersheim; Foto: Ruth Winterscheidt 
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Impuls vom 18. Mai 2020:

Ein Anfang aus dem Geist

Es muss etwas in dich hineinfallen.
Du kannst es den „Geist Gottes“ nennen,
wenn du dir darunter etwas vorstellen kannst.
Dann entsteht etwas, was du nicht kennst,
etwas Fremdes, das du respektieren musst
in seiner Fremdheit.

Der Wind weht, wo er will,
und du hörst sein Sausen,
aber du weißt nicht,
woher er kommt und wohin er geht.
So ist es, wenn das Fremde in dir wächst.

Du wirst mehr als nur ein guter Mensch sein.
Du wirst mehr sein als nur du selbst.
Du wirst mehr, als du aus dir selbst je werden könntest:
Ein Ort, an dem Gott ist,
an dem Gottes Reich wächst.

Text: Jörg Zink, Text-, Bildauswahl: Alice Toporowsky, Pastoralreferentin
Foto: Gini George auf pixabay
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Impuls vom 16./17. Mai 2020:

„Alle Knospen springen auf“

„Alle Knospen springen auf, fangen an zu blühen.
Alle Nächte werden hell, fangen an zu glühen.
Knospen blühen, Nächte glühen,
Knospen blühen, Nächte glühen.

Alle Menschen auf der Welt fangen an zu teilen.
Alle Wunden auf der Welt fangen an zu heilen.
Menschen teilen, Wunden heilen,
Knospen blühen, Nächte glühen.

Alle Augen springen auf. fangen an zu sehen.
Alle Lahmen stehen auf, fangen an zu gehen.
Augen sehen; Lahme gehen,
Menschen teilen, Wunden heilen,
Knospen blühen, Nächte glühen.

Alle Stummen hier und da fangen an zu grüßen.
Alle Mauern tot und hart werden weich und fließen.
Stumme grüßen, Mauern fließen,
Augen sehen, Lahme gehen,
Menschen teilen, Wunden heilen,
Knospen blühen, Nächte glühen.“

(altes Gotteslob Gl, 010)

Meine Gedanken bei der Grabpflege: So wie der Frühling den Winter vergessen lässt, so leben wir in der Hoffnung und dem Glauben, dass alles Leid besiegt werden kann.

Text, Textauswahl, Foto: Gaby Theis
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Impuls vom 15. Mai 2020:

Gottes Auge für die Kleinen

„Verkauft man nicht zwei Spatzen für einen Pfennig? Und doch fällt keiner von ihnen zur Erde ohne den Willen eures Vaters. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Kopf alle gezählt. Fürchtet euch also nicht! Ihr seid mehr wert als viele Spatzen“ ( (Mt 10, 29-31).

In unserem Vorgarten lebt ein ganzer Schwarm Spatzen. Es macht Spaß, das muntere Treiben zu beobachten. Die kleinen Vögel sind sehr gesellig und immerzu in Bewegung. Manchmal, wenn ich sie anschaue, fällt mir ein, was Jesus über die Spatzen gesagt hat: Auch jedes einzelne dieser kleinen Tierchen ist in Gottes Hand. Mit Liebe schaut Gott auf jedes Geschöpf – und sei es noch so klein und unscheinbar. Nach menschlicher Einschätzung gerade mal einen halben Pfennig wert – und doch wichtig für Gott. Wie viel mehr seid ihr Gott wert, sagt Jesus.
Die Berichte über Demonstrationen gegen Corona-Maßnahmen reißen nicht ab. Ich finde es schlimm, dass die Proteste oftmals von radikalen Gruppen missbraucht werden. Manchmal frage ich mich, ob hinter manchen Protesten nicht das Gefühl der Menschen steht, dass sie nicht wahrgenommen werden. Sie leiden unter den Einschränkungen, verzweifeln über ihrer wirtschaftlichen Situation – und haben das Gefühl, dass das keinen interessiert. Nachvollziehbar eigentlich, wenn auch keine Rechtfertigung dafür, alle Hygieneregeln über Bord zu werfen.
Wie viel besser ginge es vielleicht manchem, wenn er könnte, dass er Gott zutiefst am Herzen liegt? Dass nicht mal ein kleiner Sperling, geschweige denn ein Mensch Gott egal ist? Für Gott ist jedes Geschöpf und mehr noch jeder Mensch „systemrelevant“, nicht nur Angehörige weniger Berufsgruppen. Mit allem, was mich beschäftigt und umtreibt, bin ich in Gottes Hand.

Text, Textauswahl, Foto: Alice Toporowsky, Pastoralreferentin
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Impuls vom 14. Mai 2020:

Gebetsnetz - Gebet am Donnerstag

Für heute, 14. Mai 2020, wollten die Frauenseelsorgerin der Region Eifel, Astrid Sistig und ich, Ida Prinz-Hochgürtel, Sie/Dich zum regionalen Gebetsnetzwerk in die ehemalige Benediktinerinnen-Abtei nach Steinfeld einladen. Wir können nun leider nicht aufgrund der Corona-Pandemie gemeinsam im Kloster beten. Wir laden Sie und Dich aber - wie die Initiatorinnen des Gebets - ein, "jeden Donnerstag für den Wandel in der Kirche zu beten und Menschen dazu zu bringen, neuen Mut zu finden, wenn sie in und mit der Kirche ihren eigenen Weg machen". Das "Gebet am Donnerstag" wurde in diesem Sinne geschrieben. Es gibt viele Handlungsmöglichkeiten, aber Kontemplation und regelmäßiges Gebet für Veränderung sind ebenso wichtig. Es ist wichtig, dass das "Gebet am Donnerstag" nicht nur von einem einzigen Kloster oder von den deutschsprachigen Gemeinden der Schweiz gesteuert wird, sondern dass ein globales Gebetsnetzwerk wächst und langsam seine Macht ausbreitet. Die Hoffnung ist, dass dieses Gebet denjenigen, die donnerstags regelmäßig beten, den Mut und das Vertrauen gibt, eine weitere Woche in und mit der Kirche voranzukommen - Schritt für Schritt und in Einheit mit allen Frauen und Männern, die es beten.

Gebet
Gott, du unser Vater und unsere Mutter,
wir alle wissen, wie es um unsere Kirche steht.
Unrecht geschah und geschieht, Macht wurde und wird missbraucht.
"Bei euch aber soll es nicht so sein", sagt Jesus.
Wir bitten dich um dein Erbarmen - Kyrie eleison.

Frauen und Männer sind durch die eine Taufe
gleich- und vollwertige Mitglieder der Kirche.
Im Miteinander in allen Diensten und Ämtern
können sie zu einer Kirche beitragen,
die erneuert in die Zukunft geht.
Wir bitten dich um Kraft und Zuversicht - Kyrie eleison.

Menschen kommen mit ihrer Sehnsucht nach Frieden,
nach Gemeinschaft, nach Beziehung zu Gott und zueinander.
Eine glaubwürdige Kirche ist offen für Menschen gleich welcher Herkunft,
welcher Nationalität, welcher sexuellen Orientierung.
Sie ist da für Menschen, deren Lebensentwurf augenscheinlich gescheitert ist,
und nimmt sie an mit ihren Brüchen und Umwegen.
Sie wertet und verurteilt nicht, sondern vertraut darauf,
dass die Geistkraft auch dort wirkt,
wo es nach menschlichem Ermessen unmöglich ist.
Wir bitten dich um Kraft und Zuversicht - Kyrie eleison.

In dieser Zeit, in der Angst und Enge lähmen und die Zukunft düster erscheint,
braucht es grosses Vertrauen, um mit Zuversicht nach vorn zu schauen.
Es braucht Vertrauen, dass durch neue Wege und einschneidende Veränderungen
mehr Gutes geschaffen wird als durch Verharren im Ist-Zustand.
Wir bitten dich um Kraft und Zuversicht - Kyrie eleison.

Gott, du unsere Mutter und unser Vater,
im Vertrauen darauf, dass du mit uns auf dem Weg bist,
gehen wir weiter mit und in der Kirche;
in der Tradition all der Frauen und Männer,
die vor uns aus dem Feuer der Geistkraft gelebt und gehandelt haben,
die vor uns und für uns geglaubt und gelebt haben.
Die heilige Scholastika vertraute auf die Kraft des Gebets.
In ihrem Sinne wollen wir Schritt für Schritt vorwärtsgehen,
beten und handeln, wie sie es getan hat:
"Geht, Schwestern und Brüder, wie ihr könnt!"
Behüte uns. Sei mit uns alle Tage bis zum Ende der Welt.

Darum bitten wir jetzt und in Ewigkeit. Amen.

Text, Foto (St. Hilaire, Dep. Vaucluse): Ida Prinz-Hochgürtel (IPH), Gemeindereferentin

(https://static1.squarespace.com/static/5a28981618b27d9cb5404470/t/5e6fd14c421b832cde68f45a/1584386381017/Prayer+on+Thursday_German+%281%29+%281%29.pdf

https://www.bistum-aachen.de/Frauenseelsorge/Frauenseelsorge-Dueren-und-...)
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Impuls vom 13. Mai 2020:

„Ich bin der Weinstock, und ihr seid die Reben.“ (Joh, 15,5a)

Eine Rebe vergisst niemals, dass sie Teil des Weinstocks ist. Sie begibt sich vertrauensvoll in das Schicksal nicht eigenständig überlebensfähig zu sein. Die verfügbare Energie wendet sie nicht auf, um zu versuchen, diese Tatsache in Frage zu stellen oder sich aus dieser Abhängigkeit zu lösen.
Im Gegenteil, sie schöpft unermüdliche Lebenskraft aus den Nährstoffen des Weinstocks und verwandelt diese in herrliche Früchte. Selbst harte Winter oder lange dürre Sommer, nichts kann die Verbundenheit der Rebe erschüttern.
Wir sind auch Reben eines Weinstocks, doch wir vergessen das leider oft oder wir versuchen uns gar dagegen zu wehren. Wir verschwenden unsere Energie darauf, Dinge lenken oder beeinflussen zu wollen, die außerhalb unserer Macht stehen. Erst wenn wir beginnen, unser Herz zu öffnen und in der Gewissheit leben, geliebt und beschützt zu sein, versorgt durch einen starken Weinstock und einen fürsorglichen Winzer, können wir ruhig werden und Früchte tragen.

Text: Bettina Kurth
Foto: https://l-westfalia-eu.secure.footprint.net/static/fileadmin/_processed_/csm_Blaue_weinbeeren_intro_2cb7646d3e.jpg
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Impuls vom 12. Mai 2020:

Atmen

Dass und wie wir atmen, interessiert uns meistens nicht. Es geschieht. Die Muskulatur im Bauch und zwischen den Rippen dehnt die Lungen aus, so dass wieder Sauerstoff einfließen kann. Dabei wirken sich Stress, Angst, körperliche Anstrengung oder Entspanntsein direkt auf das Atmen aus. Diese Erfahrungen kennen Sie wahrscheinlich.

Dieses autonome, eigenständige Geschehen können wir auch willentlich beeinflussen. Menschen, die beruflich viel sprechen müssen oder an Atemwegserkrankungen leiden, wie zum Beispiel COPD lernen das Aus- und Einatmen zu steuern. Auch Menschen, die bestimmte Sportarten betreiben, wie Schwimmen oder Laufen, oder die Entspannungstechniken etwa zur Stressbewältigung einsetzen möchten, verändern bewusst ihr Aus- und Einatmen. Dabei sorgt gerade der passive Teil des Atemprozesses für körperliche und seelische Ruhe: nämlich das Ausatmen. Wenn sich Zwerchfell, Bauch- und Brustmuskulatur entspannen, entspannt der ganze Mensch.

Die neue Erkrankung COVID19, die die Lunge stark schädigen kann, holt den Atem und seine Bedeutung in unser Bewusstsein. Plötzlich kann uns bewusst werden, wie wichtig der Atem für uns Menschen ist.

„Gott gab uns Atem, damit wir leben“, so heißt es in Lied 468 im neuen Gotteslob.

Mir meinen Atem bewusst zu machen, ist für mich Gebet. Ich verbinde dankbar mein Leben mit Gott, der uns den Atem gab. Beim Spazierengehen eine Pusteblume zu pflücken und kräftig zu pusten ist für mich „doppelt beten“: Die göttliche Schöpfung ausatmend bewundern und dafür danken.

Foto: G. Hochgürtel, Text: Ida Prinz-Hochgürtel
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Impuls vom 11. Mai 2020:

Vergiss (mein) nicht!

Fotografien sind wie Brücken.
Sie verbinden uns mit der Vergangenheit,
mit Menschen, die wir nicht vergessen möchten.
Wir können uns erinnern
an ihre Gestalt, ihre Gesten, ihre Mimik, ihren „Duft“,
an ihre Worte
und Wegweisungen für unser Leben.

Der Heilige Geist ist wie eine Brücke.
Er verbindet uns mit Jesus Christus
und dem göttlichen „Vater“. (RW)

Der Heilige Geist wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe. (Joh 14, 21-26)

Text, Textauswahl, Foto: Ruth Winterscheidt (RW), Gemeindereferentin
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Impuls vom 9./10. Mai 2020:

Gesegnet - Ostersegen

Gott des Lebens!
Den Stein des Todes,
den Stein, der uns im Weg lag,
den Stein, der uns vom Leben trennte –

Du hast ihn weggerückt in jener Nacht.
Der Weg zum Leben ist frei.

Das Licht des Lebens vor Augen,
das Licht der Auferstehung im Sinn,
das Licht von Ostern im Herzen,
bitten wir Dich:

Segne uns, o, Gott,
Stirn, Mund und Hände,
damit wir Dein Wirken begreifen,
Deine Botschaft der Auferstehung verkünden
und Deine Werke der Gerechtigkeit
verrichten auf Erden.

Textauswahl: Elisabeth Pützer;
Foto-Repro: Ruth Winterscheidt, Gemeindereferentin
(Ellen Ullrich/Hildegunde Keul nach Mk 16, 1-8, aus: „Alles hat seine Zeit“, Der Kalender für Frauen 2020, benno Verlag)
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Impuls vom 8. Mai 2020:

Hier entlang!?

„In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
Euer Herz lasse sich nicht verwirren.
Glaubt an Gott, und glaubt an mich!“

„Zeige uns den Weg, wenn wir ratlos sind;
zeige uns den Weg, wenn uns nichts gelingt.
Zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.

Zeige uns den Weg hier in dieser Zeit;
zeige uns den Weg in die Ewigkeit.
Zeige uns den Weg, der zum Ziel uns bringt.“

Text-, Fotoauswahl: Ruth Winterscheidt, Gemeindereferentin
Textnachweise: Joh 14, 1-6, Tagesevangelium vom 08.05.2020;
aus dem Gebets- und Gesangbuch GOTTESLOB, Nr. 795, 3.+4.; Text: Richard Strauß-König
Bildnachweis: www.adac.de/verkehr/recht/verkehrszeichen

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Impuls vom 7. Mai 2020:

Nicht aufzuhalten

„Am Abend des ersten Tages der Woche, als die Jünger aus Furcht vor den Juden die Türen verschlossen hatten, kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte zu ihnen: Friede sei mit euch!“ (Joh 20, 19)

„Wegen Corona bis auf weiteres geschlossen“. Vor unzähligen verschlossenen Türen mit solchen Schildern habe ich in den letzten Wochen gestanden. Restaurants und Schwimmbäder, Geschäfte und Friseure, Schulen und Kindergärten, Krankenhäuser und Altenheime…, alles für Besucher und Besucherinnen zu. Um das Infektionsrisiko einzudämmen, sind wir gehalten, zu Hause zu bleiben.
Nach Ostern blieben auch die Jünger Jesu „zu Hause“ und verrammelten die Tür. Die Angst, als Gefolgsleute eines gerade hingerichteten Verbrechers ebenfalls belangt zu werden, war groß. Sie sitzen hinter verschlossenen Türen, haben Angst, wissen nicht, wie es weitergeht.
Und der Auferstandene kommt zu ihnen. Die geschlossenen Türen halten Ihn nicht auf. Gott lässt sich nicht aussperren. Er kommt auch in unseren Lockdown. Ist uns nahe, wenn wir krank sind, uns einsam und eingesperrt fühlen.
Mich berührt, wie kreativ Menschen heute werden, um einander trotz Kontaktsperren Verbundenheit zu signalisieren; wie viele Hilfsbereitschaft und Solidarität zeigen. Neben allem Dunklen erlebe ich eine Lebendigkeit, einen Geist - Heiligen Geist -, für den verschlossene Türen kein Hindernis sind.

Text, Textauswahl: Alice Toporowsky, Pastoralreferentin; Foto: Pexels auf pixabay
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Impuls vom 6. Mai 2020:

Wie Sonne und Mond

Wir betrachten des Abends oder bei Nacht den Mond
und wissen: Der Mond kann aus sich selbst kein Licht spenden.
Wir sehen ihn und erblicken das Licht der Sonne.
Sie macht den Tag hell und erleuchtet die Nacht.
(RW)

In jener Zeit rief Jesus aus:
Wer an mich glaubt, glaubt nicht an mich, sondern an den, der mich gesandt hat,
und wer mich sieht, sieht den, der mich gesandt hat.  (…)
Denn was ich gesagt habe, habe ich nicht aus mir selbst, sondern der Vater, der mich gesandt hat, hat mir aufgetragen, was ich sagen und reden soll.
Und ich weiß, dass sein Auftrag ewiges Leben ist. Was ich also sage, sage ich so, wie es mir der Vater gesagt hat.
(Joh 12, 44-45.49-50, Tagesevangelium vom 06.05.2020)

Textauswahl, Text: Ruth Winterscheidt, Foto: gkli
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Impuls vom 5. Mai 2020:


Nomen est Omen
Man nannte sie Christen

"In Antiochia nannte man die Jünger zum ersten Mal Christen."
(Apg 11,26, Tageslesung vom 05.05.2020)

Lieber Leser, liebe Leserin,
teilen Sie mit mir die nachfolgende Erfahrung?
Jemand, vielleicht ein Lehrer oder eine Lehrerin, zitierte eine alt bekannte und verbreitete Redensart und gab noch eine erhellende Erklärung dazu.
Ich hatte das Glück, solchen Lehrkräften zu begegnen, und ich erinnere mich immer noch gerne an sie und ihre Hinweise.
"Nomen est omen", eine lateinische Redensart, brachte seinerzeit ein Deutsch- und Religionslehrer auch mir nahe. Sie bedeutet übersetzt: "Der Name ist ein (Vor-/An-)Zeichen."  Man könnte eventuell auch sagen: Der Name ist Programm. Der Name weist auf etwas hin, was dem Namensträger wichtig ist und von Bedeutung sein kann. Der Name Jeschua / Jehoschua (hebräisch) bedeutet "Gott rettet".
Anhänger Jesu ließen sich auf ihn taufen, den Christus (Christós, griech. = der Gesalbte = Maschiach/Messias, hebr./aram.). Jesus Christus selbst, sein Wirken und seine Botschaft waren Programm.
Auch heute vermuten und erwarten Menschen möglicherweise, dass wer sich "Christ" nennt oder sich als solcher benennen lässt, Jesu Programm kennt und sich zu eigen machen beabsichtigt.
Mit Leib und Leben stand Jesus ein für seine Überzeugung:

Das höchste Gebot ist das:
"Höre, Israel,
der Herr, unser Gott, ist der Herr allein,
und du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben,
von ganzem Herzen, von ganzer Seele,
von ganzem Gemüt und mit all deiner Kraft."
(5. Mose 6,4-5)

Das andre ist dies:
"Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst."
(3. Mose 19,18)

Es ist kein anderes Gebot größer als diese.
(aus dem Markusevangelium 12,29-31)

Wofür stehen wir ein?
Ihre Ruth Winterscheidt, Gemeinereferentin (Text, Textauswahl und Foto)
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Impuls vom 4. Mai 2020:


Mich dürstet

Ich bin das Gefäß.
Gottes ist das Getränk.

Und Gott der Dürstende.
(aus: „Zeichen am Weg“, von Dag Hammarskjöld, ehem. UN-Generalsekretär; *29.07.1905 in Jönköping, bei einem Flugzeugabsturz +17.09.1961 in Ndola)

Seit 1976 lese ich gelegentlich aus den Tagebuchaufzeichnungen von Dag Hammarskjöld. Inzwischen ist mit meinen datierten Anmerkungen zu einzelnen Textpassagen ein eigenes „Tagebuch“ für mich daraus geworden. Am 03. Oktober 1986 fiel mir der vorzitierte Text auf: Gott hatte nach meiner Vorstellung doch eigentlich alles. Könnte Gott doch noch Wünsche offen haben, sollte sich sehnen, es sollte ihn dürsten? Die Frage beschäftigt mich immer noch und berührt mich. "Gott ist (die) Liebe", lesen wir im ersten Johannesbrief, Kapitel 4. Sehnt sich die Liebe nach Liebe?

Textauswahl, Text, Foto: Ruth Winterscheidt, Gemeindereferentin 
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Impuls vom 2./3. Mai 2020:

„Sonst funktioniert das hier alles nicht!“

Wir Menschen müssen vor allem eines: funktionieren. Unser Körper muss funktionieren, damit wir atmen und leben können. Wir müssen auf der Arbeit funktionieren, um Geld zu verdienen, vielleicht unsere Familie zu ernähren. Zu Hause müssen wir auch funktionieren, damit die Ehe glücklich verläuft, die Kinder erzogen werden, die Großeltern versorgt sind, der Mitbewohner nicht auszieht. Wir müssen funktionieren.
Und was ist mit dem Rest der Welt? Momentan funktioniert vieles eben nicht so, wie wir es kennen. Die Bahn fährt anders. Die Restaurants können nicht wie gehabt öffnen. Der Internetanschluss zu Hause ist überfordert mit dem Homeoffice der vielen tausend Menschen, die von zu Hause aus arbeiten müssen. Und wir? Wir müssen trotzdem funktionieren, denn „sonst funktioniert das hier ALLES nicht“ – so denken wir.
In so einer Zeit ist es besonders wichtig, hinzunehmen, dass auch wir nicht immer einwandfrei funktionieren können. Wir dürfen weinen, wir dürfen erschöpft sein, wir dürfen traurig sein. Wichtig ist, dass wir wissen, dass wir nicht alleine sind. Gott hat Verständnis für uns, auch an unseren schlechtesten Tagen. Gott ist nicht beleidigt, wenn wir mal einen Abend alleine sein wollen, um nach einem stressigen Tag zur Ruhe zu kommen. Gott ist auch nicht sauer, wenn wir auf der Arbeit weniger Leistung erbringen, weil wir gedanklich bei der Familie sind, die wir lange nicht gesehen haben, weil wir traurig sind und unsere liebsten Menschen vermissen. Gott ist für uns da, auch, wenn wir mal sauer und grantig werden, weil uns in der Zeit von Ausgangsbeschränkungen nach einigen Wochen dann doch die Decke auf den Kopf fällt. Gott liebt uns.
Was wir tun können, ist diese Liebe, dieses endlose Verständnis, auch für andere aufzubringen. Vielleicht achten wir in diesen Tagen darauf, dass wir nicht sofort auf einen Streit eingehen, wenn jemand mit uns aneinandergerät. Vielleicht hat dieser Mensch auch einfach das Gefühl, nicht mehr funktionieren zu können, wie er es gewohnt ist. Wir sollten jemanden wahrnehmen, der sich vielleicht einfach aussprechen möchte, weil es sich alleine in seiner Wohnung fühlt. Wenn wir so mit unserem Nächsten umgehen, tragen wir ein Stück von Gottes Liebe und Verständnis in die Welt. Und dann funktioniert auch alles wieder etwas besser.

Einen Tweet dazu gibt es hier auf diesem Klick oder der Tweet öffnet sich, wenn man auf das Bild oben mit der Uhr klickt.

Text und Tweetauswahl: Michelle Olion; Foto: gkli, Detail Jugendstilkraftwerk Heimbach
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Impuls vom 1. Mai 2020:

Vertrauen

Wenn ich sage:
Gute Besserung!
oder: Alles Gute!
Dann meine ich:

Das Vertrauen, das ein Menschen braucht,
um die schweren Erfahrungen zu verkraften,
die auf ihn einstürzen;

die Kraft, die ein Mensch braucht,
um mit dem fertig zu werden,
was eine Krankheit oder das Alter ihm abverlangt;

die Stärke, die eine Mensch braucht,
um sich seiner Tränen nicht zu schämen;

die Gelassenheit, die ein Mensch braucht,
um das anzunehmen,
was sich nicht ändern lässt;

die Zuversicht, die ein Mensch braucht,
um die hoffnungsvollen Dinge zu entdecken,
die ihm bleiben.

Wenn ich sage: Gute Besserung!, Alles Gute!
Dann meine ich das Leben, das wir suchen,
kranke, wie gesunde Menschen – jeden Alters.
(vgl. Alfons Gerhardt, erzb. Ordinariat München)

Textauswahl und Foto: Ida Prinz-Hochgürtel, Gemeindereferentin
Skulptur von Birgit Sommer in Nettersheim: "Macht der Drei"
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Impuls vom 30. April 2020:

Meine Hoffnung ist auferstanden

Mauern.
Täglich umgeben sie mich.
Mauern vor mir.
Ich suche nach einem Spalt,
durch den Licht fällt.
Ich sehne mich nach einer Bresche,
die jemand in meine Mauern schlägt.

Ich hoffe auf einen,
der all meine Mauern niederlegt.
Das geöffnete Grab in dieser Nacht
lässt mir keine Ruhe.
Es erzählt von dem,
der freigesetzt wurde
aus den Mauern des Todes.
Diese letzte Mauer,
die für immer Leben einschließt
und nicht mehr loslässt,
diese letzte Mauer –
Tod –
ist gesprengt –
einmal –
ein für allemal.

Das geöffnete Grab
setzt den Eingemauerten frei.
Ihm will ich folgen in die Freiheit.
Ihm will ich vertrauen,
dass es in allen Mauern meines Lebens
ein Tor gibt,
eine Öffnung in größere Freiheiten.

Der Stein vor dem Grab ist weggewälzt,
der Weg in die Zukunft ist frei.

Erschrocken, verwundert, atemlos
stehe ich
vor meiner Freiheit.
Ein Stein ist mir vom Herzen genommen.
Meine Hoffnung, die ich begrub,
ist auferstanden –
wie er gesagt hat.

Er lebt.
Er geht mir voraus.

(Text von Christoph Recker; Auswahl von Text und Foto: Alice Toporowsky, Pastoralreferentin)
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Impuls vom 29. April 2020:

Festtag der Heiligen Katharina von Siena
Ein Tag, um die Anliegen von Frauen hör- und sichtbar zu machen

Katharina-Gebet

(Katharina von Siena 1347-1380, Gedenktag am 29. April,„Schirmfrau“ der katholischen Frauenverbände für das Diakonat der Frau)

Gott, du Quelle unserer Kraft.
Du hast uns in Katharina eine Frau geschenkt,
die ihre Talente für Kirche und Welt einsetzte
und dabei Kritik und Widerstand nicht scheute.

Sie war eine leidenschaftliche Christin,
die sich nicht entmutigen ließ.
Du warst die Quelle ihrer Kraft.

Ermutige auch uns,
so wie Katharina unsere Visionen
selbstbewusst und zielstrebig
in die Tat umzusetzen
und gib uns die Kraft,
bei Schwierigkeiten nicht aufzugeben.

Sei bei uns in unserem Engagement
für die Zulassung der Frauen zum sakramentalen Diakonat,
damit deine Kirche neue Glaubwürdigkeit erlangen kann.
Sende uns Deine Geistkraft.
Darum bitten wir auf die Fürsprache der heiligen Katharina von Siena.

Amen.

(in Anlehnung an das Katharinagebet der Katholischen Frauenbewegung Österreich)
https://www.kfd-bundesverband.de/fileadmin/Media/Themen/Tag_der_Diakonin...

Textauswahl: Ida Prinz-Hochgürtel, Bild: Andrea Vanni, der zu Katharinas Freundes- und Schülerkreis gehörte:
Fresko in der Basilika S. Domenico in Siena

https://www.heiligenlexikon.de/BiographienK/Katharina_von_Siena.htm
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Impuls vom 28. April 2020:

Du bist uns nah

Du hast das Leben allen gegeben,
gib mir heute dein gutes Wort.
So geht dein Segen auf unsern Wegen,
bis die Sonne sinkt, mit uns fort.
Du bist der Anfang, dem wir vertrauen,
du bist das Ende, auf das wir schauen.

Was immer kommen mag,
du bist uns nah.
Wir aber gehen,
von dir gesehen,
in dir geborgen
durch Nacht und Morgen
und singen ewig dir:
Halleluja.

Textauswahl/Foto: Ruth Winterscheidt, Gemeindereferentin
Textzitat: aus dem Gebet- und Gesangbuch Gotteslob, Nr. 11, Abschnitt 4, von Jörg Zink (*1922)
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Impuls vom 27. April 2020:


ostern

tod wird weiterherrschen
massenweise. vielerorts
das ist sicher

aber noch im müdesten
aufstehen treten wir zu ihm
in unsterblichen widerstand
und das in gottes namen
das ist ganz sicher

Text (in Originalform): Wilhelm Bruners; wir danken für die freundliche Abdruckerlaubnis! Foto: Alice Toporowsky, Pastoralreferentin

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Impuls vom 25./26. April 2020:

„TYPISCH (für) JESUS!“

Die beiden Jünger auf dem Weg nach Emmaus fliehen aus Jerusalem, dem Ort des Grauens, der enttäuschten Hoffnungen und Gefahr für ihr eigenes Leben (Lk 24,13-14). Denkbar ist, dass sie zurückkehren wollen an ihren Heimatort, zu ihren Familien und in ihren erlernten, geübten und sicheren Berufsalltag.
Auf diese Idee kommt wohl auch Simon Petrus. Petrus animiert zudem Thomas, Natanael, die Söhne des Zebedäus und zwei andere Jünger Jesu, es ihm gleich zu tun: „Ich gehe fischen“.
Die Angesprochenen sind gleich einverstanden: „Wir kommen auch mit.“ (vgl. Joh 21, 1 f)
Jesus hatte sie alle einmal in seine Gefolgschaft gerufen.
Jetzt sind sie bereit, ihre einstige, persönliche Berufung aufzugeben, die gescheiterte Angelegenheit abzuhaken und gegebenenfalls zu vergessen. Sie realisieren: Es ist aus und vorbei.
Doch ein anderer mag ihnen das nicht durchgehen lassen. Unerwartet begegnen sie Jesus. Der als lebendig Erlebte macht ihnen auf eine unmissverständliche und vertraute Weise deutlich, dass weder er selbst noch sein Projekt aus und vorbei sind.
Jesus nimmt auch die einmal ausgesprochenen Berufungen nicht zurück. Er steht zu seinen gegebenen Worten und zu seinen Jüngern. Er nimmt nichts davon zurück, sondern erinnert seine Freunde. Sie sollen nicht vergessen, sie sollen sich selbst und ihn nicht aufgeben. - Jesus nimmt Brot in seine Hände, zerteilt und gibt es ihnen.
Typisch (für) Jesus und typisch (für) seine Gefolgschaft.
Bis heute vollziehen Christen den Auftrag Jesu: Tut dies und erinnert euch dabei an mich!

Lieber Leser, liebe Leserin,
wir können uns derzeit nicht in unseren Kirchen und Kapellen versammeln, um dort, vor Ort uns gemeinsam an Jesus Christus, den Auferstandenen, zu erinnern und uns das eucharistische Brot teilen und darreichen zu lassen. Doch wenn wir uns zu Jesus Christus als „Christen“, „Jünger“ und „Freunde“ bekennen - sollten wir uns dann nicht in anderen, vielleicht häuslichen Gemeinschaften, gemeinsam an Jesus und sein Wirken erinnern, im Gebet um die Gemeinschaft mit dem Geist Jesu bitten, Brot brechen und einander reichen dürfen? (Agapen haben die Bistümer der Bundesrepublik Deutschland 1975 in einer gemeinsamen Synode empfohlen. Hinweise zur Gestaltung von Agapen hat das Bischöfliche Ordinariat des Bistums Basel 2005/2018 gegeben.)

Ihre Ruth Winterscheidt, Gemeindereferentin
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Impuls vom 24. April 2020:

Leben im Sterben...

...so lautet das Thema der ökumenischen „Woche für das Leben“ in diesem Jahr. Sie hätte vom 25. April bis 2. Mai 2020 stattfinden sollen, nun wird Sie auf das nächste Jahr verschoben.
Menschen beistehen, die nicht mehr geheilt werden können, deren Erkrankungen zum Tode führen werden, darum sollte es in diesem Jahr gehen.
Nun erleben wir, wie ein neues Virus unser menschliches Miteinander auf den Kopf stellt. Jetzt dürfen kranke, alte und behinderte Menschen nicht mehr von ihren Verwandten besucht werden, vor allem, wenn sie in Einrichtungen leben und auch zum allgemeinen Schutz. Mit COVID19 erkrankte und intensivmedizinisch betreute Menschen müssen zum Teil ohne ihre Angehörigen sterben. Für mich unfassbar und dennoch Wirklichkeit.
So wünsche und hoffe ich inständig, dass das Personal, das jetzt in Kliniken und Einrichtungen arbeitet, die Angehörige rechtzeitig informiert und ihnen Schutzkleidung zur Verfügung stellt, damit niemand alleine sterben muss.

Keinen Tag soll es geben (Liedtext)
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mir die Hände reicht.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mit mir Wege geht.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der halte unsren Verstand wach und unsre Hoffnung groß und stärke unsre Liebe.

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mich mit Kraft erfüllt. Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mir die Hoffnung stärkt.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der halte unsren Verstand wach und unsre Hoffnung groß und stärke unsre Liebe.

Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mich mit Geist beseelt.
Keinen Tag soll es geben, da du sagen musst, niemand ist da, der mir das Leben schenkt.
Und der Friede Gottes, der höher ist als alle Vernunft, der halte unsren Verstand wach und unsre Hoffnung groß und stärke unsre Liebe.

Text: Uwe Seidel, Musik: Thomas Quast aus: dass Versöhnung blüht, 1997 alle Rechte im tvd-Verlag Düsseldorf;
siehe Themenheft der Woche für das Leben 2020, Leben im Sterben, Seite 39,
um Das Lied mit Musik zu hören, bitte auf den folgenden Link oder oben auf das Foto klicken:
https://www.youtube.com/watch?v=OdzbVHr_A2Y

Text und Liedauswahl: Ida Prinz-Hochgürtel, Gemeindereferentin;
Foto: gkli, Delfter Kacheln, Kloster Steinfeld

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Impuls vom 23. April 2020:

Jesus lebt!

In diesen Tagen wird an allen Orten heftig über die Rückkehr zum mehr oder weniger normalen Leben diskutiert. Wie kann man verantwortungsbewusst möglichst allen Interessen gerecht werden? Wie können wir in absehbarer Zeit als Gemeinde wieder zusammen Gottesdienst feiern?
Jeder und jede von uns wird sich darüber Gedanken gemacht haben, was er oder sie in  den letzten Wochen am meisten vermisst hat: seien es eher alltägliche Dinge wie der Friseurbesuch oder der Einkaufsbummel, seien es die Treffen mit Freunden oder Verwandten, oder eher die fehlenden Begegnungen in der Gemeinschaft der Gläubigen und das gemeinsame Gebet.
Aber wie haben alle auch Ostern gefeiert, und glauben an die Auferstehung Jesu. Wir beobachten jetzt im Frühling auch die Auferstehung in der Natur, auch was tot schien, erblüht zu neuem Leben.
„Jesus lebt, mit ihm auch ich! Das ist meine Zuversicht!“ wie wir im Lied 336 unseres Gotteslob singen. In dieser Zuversicht dürfen wir uns auch jetzt in der Zeit der langsamen Rückkehr in ein normales Leben Jesu Beistand und Hilfe sicher sein.

Text/Foto: Elisabeth Pützer; Lied GL336: T: nach Christian Fürchtegott Gellert 1757, M: Albert Höfer 1859
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Impuls vom 22. April 2020:

Zeichen Gottes

„Schweig still mein Herz
die Bäume beten.
Ich sprach zum Baum:
erzähl mir von Gott.
Und er blühte."
(Rabindranath Tagore)

Textauswahl/Foto: Alice Toporowsky, Pastoralreferentin

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Impuls vom 21. April 2020:

Solidarität

In der Lesung am Dienstag der zweiten Osterwoche heißt es:
Die Menge derer, die gläubig geworden waren, war ein Herz und eine Seele. Keiner nannte etwas von dem, was er hatte, sein Eigentum, sondern sie hatten alles gemeinsam. (Apg, 4, 32)

Foto: Ida Prinz-Hochgürtel, Gemeindereferentn, unterstützt von Kerstin und Paula B.
Original "Solidarität" von Käthe Kollwitz

Ida Prinz-Hochgürtel: "Den Museen in der Zeit der Corona-Pandemie und besonders dem Käthe Kollwitz Museum Köln danke ich für die Anregung, Kunst nachzumachen." Dazu mehr unter diesem Link:

https://www.kollwitz.de/wir-bleiben-zuhause

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Impuls vom 20. April 2020:

Das Grab ist leer

Ja, die Corona-Krise mag auch ihre guten Seiten haben. Viele kommen „runter“ von ihrem stressigen Alltag. Menschen entdecken neu die Solidarität miteinander und engagieren sich. Faszinierend finde ich die Kreativität, die vielerorts entsteht, auch in der Kirche.
Und doch lastet die Krise auf mir. Mir fehlen menschliche Kontakte, das Zusammensein mit Freunden und Verwandten. Mir fehlen meine Arbeit und der Sport. Mir fehlt der Gottesdienst. Von vielen Lebensquellen fühle ich mich wie abgeschnitten. Die Unsicherheit, wie es weitergeht, die Kinder, die unzufrieden werden – all' das macht es nicht leichter. An manchen Tagen habe ich das Empfinden, als ob schwere graue Steine auf mir lasten.
Die Osterbotschaft in dieser besonderen Zeit?
Von Steinen ist da auch die Rede. Zwei mit Jesus befreundete Frauen („Maria aus Magdala und die andere Maria“, schreibt Matthäus) kommen am Ostermorgen zu Jesu Grab. Eine Felsenhöhle, verschlossen mit einem dicken Stein. Hier hatten sie Jesus begraben.
Für viele Menschen, die ich kenne, ist das Grab auf dem Friedhof ein Zufluchtsort, der etwas Tröstliches hat. Wenn einem schon der geliebte Mensch genommen ist, so hat man mit dem Grab wenigstens noch einen Ort, wo man hingehen kann. Wo der Verstorbene – oder zumindest seine sterblichen Überreste – in gewisser Weise gegenwärtig ist.
Den Frauen, denen Jesus viel bedeutet hat, wird scheinbar auch dieser letzte Trost genommen. Das Grab ist leer. Sie gehen weg. Und in diesem Weggehen begegnet ihnen der Auferstandene. Er kommt ihnen entgegen.
Was heißt das für mich in dieser Corona-Zeit? Mir kommt der Gedanke: Wenn das Grab nicht leer gewesen wäre, hätten die beiden sich nicht auf den Weg gemacht und wären Jesus nicht begegnet. Vielleicht gilt es jetzt, gerade die Leere, das Fehlen von so vielem, was für mich Lebensqualität ausmacht, auszuhalten. Vielleicht ist es gerade diese Leere, dieses schmerzhafte Fehlen von Trost, die mich den Auferstandenen suchen lässt.

Text/Foto: Alice Toporowsky, Pastoralreferentin

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Impuls vom 18./19. April 2020:

Weißer Sonntag, Barmherzigkeitssonntag

„Dann sagte er zu Thomas:
... Streck deine Hand aus und lege sie in meine Seite ...“
(aus dem heutigen Sonntagsevangelium Joh. 20, 27)

Gerade in dieser Zeit des ”Abstand Haltens”, des ”Nicht Berührens”, wächst unsere Sehnsucht nach Nähe und Begegnung.
Berührungen gehen unter die Haut. Papst Franziskus spricht in seinen Predigten immer wieder davon, dass der christliche Gott ein Gott der Zärtlichkeit ist und deswegen vor allem in der Berührung zu finden ist: In der Berührung zwischen Menschen, in der Berührung, die ich in der Natur erfahre, im Wind, im Regen auf meiner Haut. Aber auch in der Berührung, die ich mache, wenn ich die Bibel in der Hand halte und sein Wort lese; vor allem aber auch in der Berührung durch die Sakramente, der Zeichen der Nähe Gottes, zum Beispiel, wenn ich IHM im Brot bei der Kommunion begegnen darf. Dieser Gott will mir unter die Haut gehen, mir ganz nahe sein und nicht an mir abstreifen und abprallen.
(nach Gedanken von Pf. M. Fritz)

Vielleicht kann diese Zeit sowohl unsere Sehnsucht nach inniger Gemeinschaft mit IHM als auch unter uns Menschen neu entflammen und wertschätzen lernen.
Seit dem Jahr 2000 wird der Sonntag nach Ostern offiziell auch als Sonntag der Barmherzigkeit Gottes gefeiert. Jesus lädt uns ein, mit allem, was uns belastet, zu ihm zu kommen. Er öffnet uns sein Herz, das nichts als Liebe und Barmherzigkeit ist.

Christus, du öffnest uns die Augen für deine erstaunliche Liebe. Seit deiner Auferstehung suchst du jeden Menschen dort auf, wo er gerade steht. Mehr noch: mag auch das Gefühl für deine Nähe in uns erlöschen, du sagst zu jedem immer wieder: Ich bin da, komm' zu mir, und du wirst einen Sinn für dein Leben finden, du wirst entdecken, wo dein Herz ausruhen kann. (Frere Roger)

Fotos: Verena Lenzen-Glorius, Lothar Gerhards
Text / Textauswahl: Verena Lenzen-Glorius

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Impuls vom 17. April 2020:

Was, wenn doch?

Stell dir vor wir Menschen würden von nun
An nur noch Dinge tun, die wir wirklich gerne tun,
Sprich aus Liebe handeln und fortan
All das lassen was wir hassen
Was wäre dann?
Dann gäbe es in unserem Land endlich gutes Fernsehen
Weil die Fernsehmacher Fernsehen machten das sie selber gern sehn.
Statt um die Quote um die sich dort alles dreht
Ginge es auf einmal nur um pure Qualität
Des Weiteren fehlte dann hierzulande jede Spur
Von lieblos hingerotzter Zweckarchitektur
Plötzlich wären unsere Städte Stätten der schieren Freude
Statt Ansammlung kalter deprimierender Gebäude
Es gäbe keine Nerv tötende Werbung mehr
Weil sie ohnehin komplett überflüssig wär

Denn ausnahmslos jedes Produkt das existiert
Wäre dann mit Hingabe und Liebe produziert
Die Werber würden nicht mehr ihr Talent verschwenden
Sondern sich fortan der guten Sache zu wenden
Einer Sache die sie künstlerisch und inhaltlich erfüllt
Und eben nicht mehr Werbung machen für Nestle oder die Bild
Plötzlich handelten wir alle aus authentischem Gefühl
Und nicht mehr aus Angst und marktwirtschaftlichem Kalkül
Wir folgten unserem Herzen und unseren Gelüsten
Statt das zu tun von dem wir glauben, dass wir es tun müssten
Wir würden uns entfalten und neu gestalten
Und nicht mehr tun was unsere Alten für richtig halten
Die sich klammern an vermeintliche Tugenden und Sitten
Unter denen sie absurderweise selber früher litten.
Wir trauten uns wir selbst zu sein und unkonventionell
Und studierten kaum noch Jura oder BWL
Oder sagen wir so Betriebswirt oder Jurist
Wird dann nur noch der wer es wirklich gerne ist.
Wir alle würden einen Beruf ausüben
Den wir wirklich gern tun und von ganzen Herzen lieben

Die gute Laune würde steigen ganz egal wohin man guckt
Und ganz nebenbei auch das Bruttosozialprodukt
Die richten Leute wären Ärzte oder Richter
Lehrer und Beamter, und die Falschen wären nicht da
Die richtigen Leute wären Bäcker oder Bänker
Krankenschwestern oder Staatenlenker
Erst die Arbeit dann das Vergnügen
Diesem Dogma bräuchten wir uns nicht mehr fügen
Denn das Vergnügen fänge ja dann
Für uns direkt schon bei der Arbeit an.
Und wie schön ist es wenn man bei einem Menschen erkennt
Er brennt für was er tut und ist in seinem Element
Und wie schön ist es sich mit solchen Menschen zu umgeben
Die für das was sie tun leben

Ich glaube, dass ist echt das Schönste was es gibt
Wenn man das was man tut, leidenschaftlich liebt.
Man tut damit nicht nur sich selbst einen Gefallen
Sondern, letzten Endes, allen.
Vermutlich sagen Sie, das funktioniert doch nie
Na, ihre Hirngespinste, reine Utopie
Wenn alle täten was sie lieben, wo kämen wir denn da hin
Das hat doch alles überhaupt gar keinen Sinn
Wir unterwerfen uns lieber weiterhin dem Joch
Denn das kann ja gar nicht klappen...
...was wenn doch?
...was wenn doch?

Liedtext: Bodo Wartke, Das falsche Pferd
Textauswahl: Fabienne Olion, Wortgottesdienstleiterin;
wer oben auf das Bild klickt, kommt zum Text mit Musik

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Impuls vom 16. April 2020:

Umkehr geboten!

Das Verkehrszeichen „Umkehrgebot“ verpflichtet zum Umkehren, was bedeutet, dass an eine Weiterfahrt nicht zu denken ist.
Hierbei wird den Fahrzeuglenkerinnen und Fahrzeuglenker nicht die Entscheidung überlassen, ob sie umdrehen wollen,
sondern sie haben dies verpflichtend durchzuführen. Das Verkehrszeichen gehört zur Gruppe der Gebotszeichen, die sehr
sympathisch mit markanter blauer Hintergrundfarbe auffallen:
Viele meinen aber, dass diese Gruppe von Verkehrszeichen Empfehlungen sind im Vergleich zu den absoluten Verboten, doch das ist falsch.
Man hat hier kein Verbot, aber ein Gebot, also quasi einen Befehl,
wie man sich verhalten sollte. In diesem Fall den Befehl, das Fahrzeug zu wenden. Ein Grund kann sein, dass durch eine Baustelle die Straße unterbrochen ist und eine Weiterfahrt, die normalerweise möglich sein müsste, nicht gegeben ist.

Lieber Leser, liebe Leserin,
geht es Ihnen wie mir in der uns verordneten "verlängerten Fastenzeit"? Die alltägliche Lebenswirklichkeit fühlt sich an wie ein Albtraum, aus dem es (noch) kein Erwachen gibt. Oder ist doch ein Weckruf vernehmbar? Vielleicht gilt es nun endlich aufzuwachen - nicht aus dem Corona-Krisen-Albtraum, sondern aus dem jahrzehntelang geträumten Albtraum eines menschlichen Lebensstils, der schon so lange Menschen- und Tierleben kostet, Lebensgrundlagen zerstört und lieblose Egoismen fördert und feiert. Erschüttert über die mitunter deutlich vorgetragene Ignoranz und menschliche Arroganz wende ich mich im Gebet an Gott:
Herr, erbarme dich über uns und über die ganze Welt,
und gib, dass wir deinem fortwährenden Gebot folgen: KEHRT UM!

Ihre Ruth Winterscheidt, Gemeindereferentin
Auswahl Text,Foto; Quelle: www.wissenswertes.at      

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Impuls vom 15. April 2020:

Ostern – gemeinsam einsam?

Die Karwoche und die Osterzeit sind für uns Christen eine Zeit im Jahr, in der wir viel Gemeinschaft erleben.
Wir gehen gemeinsam Kreuzwege, feiern das Abendmahl und treffen uns mit Mitchristen am Osterfeuer. Durch das lange Wochenende bietet sich die optimale Gelegenheit, dass Familien zusammenkommen und Ostern feiern. Die Kinder suchen im Garten die selbstbemalten Ostereier, die die Oma mühevoll versteckt hat. Jugendliche und junge Erwachsene fahren nach Taizé, um in der Gemeinschaft ihren Glauben neu zu erfahren und zu erleben.
Ostern ist also ein Paradebeispiel, um Gemeinschaft zu erfahren.

Aber dieses Jahr war alles anders. Es gab keine Kreuzwege, keine Messen ohne eine gute Internetverbindung, kein großes Osterfeuer und auch die Fahrt nach Taizé ist ausgefallen.

Was also tun?
Wir verbrachten dieses Osterfest alleine oder im engsten Kreis der Familie. Für viele war es schwer, nicht alle um sich haben zu können, die man erwartet hat.
Aber auch im Kleinen konnten wir Ostern hoffentlich alle gebührend feiern. Zum Beispiel per Videoanruf mit den Großeltern und den weggezogenen Kindern. Ostereier konnten auch im Haus versteckt werden. Mit Liebe wurden nochmal Ostergrüße per Post verschickt und die Feuerschale im eigenen Garten dient  als Osterfeuer. Und dadurch hat sich das Osterlicht trotzdem in uns allen entzündet und ein Zeichen der Hoffnung gegeben, dass es auch nach dieser Schwierigen Zeit wieder besser wird.
Ist nicht genau das eine Kernaussage von Ostern?
Auch in den dunkelsten Zeiten wird es ein Licht geben, das uns Hoffnung schenkt. Und auch in der Zeit, in der wir uns einsam fühlen, sind wir durch Jesu Opfer niemals alleine. Denn er ist immer an unserer Seite uns stärkt uns in den Momenten, in denen wir ihn am meisten brauchen.

Text/Foto: Fabienne Olion

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Impuls vom 14. April 2020:

Vierter Hermann-Josef-Dienstag

Es gibt viele Geschichten über den heiligen Hermann Josef. Der Abt teilte Hermann Josef die Aufgabe zu, den Tischdienst zu übernehmen. Zusammen mit seinem Mitbruder Pater Arnulf versah er diesen Dienst. Der brachte eine Menge Arbeit mit sich. Oft mussten die beiden Priester früher den Gottesdienst verlassen. Von Pater Arnulf wird berichtet, dass er diese Arbeit liebte, wegen der guten Beziehung zur Küche. Es war in Steinfeld üblich, dass die Patres die Brüder und auch die Schüler bedienten. Es muss ein etwas komisches Bild gewesen sein, wenn der hagere, asketische Hermann Josef und der kleine, dicke Pater Arnulf das Refektorium betraten. Beide versahen den Dienst mit Sorgfalt. Hermann Josef schätzte an diesem Dienst, dass er so unbemerkt fasten konnte. Sein Mitbruder bekam das mit, war aber verschwiegen und hatte letztlich mehr für sich. Hermann Josef war diesen Dienst bald leid, weil er ihn zu sehr vom Gebet und der Betrachtung abhielt. Nach einem Jahr wollte er den Abt bitten, ihn von dieser Aufgabe zu entbinden. Vorher klagte er sein Leid der Gottesmutter. Er betete sehr intensiv und hatte das Gefühl, von der Gottesmutter die Antwort zu erhalten: „Wisse, dass du keine größere Pflicht hast, als deinen Mitbrüdern in Liebe zu dienen.“ Zurück in seiner Zelle stieß er in der Bibel auf die Stelle bei Lukas, wo es um den Rangstreit der Jünger geht. Dort las er, wie Jesus seinen Jüngern sagt: „Wer unter Euch der größte sein will, sei der Diener aller. Ich bin gekommen, wie einer der dient!“ Da dankte er Gott für seine Aufgabe. Doch kurze Zeit später betraute ihn der Abt mit den Aufgaben des Sakristans.

 Wir feiern die Osteroktav. In den Texten der Liturgie wird uns jeden Tag berichtet, wie Jesus als der Auferstandene den Jüngern erscheint. Er erscheint ihnen nicht in einem großartigen Ereignis, sondern er erscheint ihnen in ihrem Alltag: ob es die Frauen am Grab sind, die Jünger auf dem Weg nach Emmaus, den Jüngern bei verschlossener Tür oder beim Fischen. Gottesbegegnung findet in unserem Alltag statt. Von Gott geht die Initiative aus und wir müssen offen sein und diese Begegnung suchen.

Dies macht uns die Geschichte vom Hermann Josef heute deutlich.

Text: Pater Georg/Foto: Pater Wieslaw

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Impuls vom 13. April 2020:

Unter deiner Flagge                   

Komm setz dich zu mir, erzähle mir mehr von dir.
Ich hab so oft daran gedacht, dich so vieles zu fragen.
Erzähl mir deinen Traum vom Glück, was war dein schönster Augenblick?
Sag bist du stolz auf das was ist und die vergangenen Jahre?

Ohne dich, wäre ich nicht. Ich bin...

Unter deiner Flagge. Deine Liebe ist mein Schild.
Unter deiner Flagge. Deinen Namen trägt der Wind.
Unter deiner Flagge. Deine Liebe ist mein Wort.
Unter deiner Flagge. Trägst du mich, zu jedem Ort.

Komm geh ein kleines Stück mit mir, erzähle mir noch mehr von dir.
Ich hab es mir sooft gewünscht, dich so vieles zu fragen.
Woher nimmst du die Kraft, immer nach vorne zu sehen?
Wie ein Löwe zu kämpfen Und in die Zukunft zu gehen?
Und zu mir zu stehen?

Ohne dich, wär ich nicht. Ich bin...
Unter deiner Flagge. Deine Liebe ist mein Schild.
Unter deiner Flagge. Deinen Namen trägt der Wind.
Unter deiner Flagge. Deine Liebe ist mein Wort.
Unter deiner Flagge. Trägst du mich, zu jedem Ort.
Deinen Namen trägt der Wind
Unter deiner Flagge. Deine Liebe ist mein Wort.
Unter deiner Flagge. Trägst du mich, zu jedem Ort.

Komm setz dich zu mir, ich bin so gern bei dir.
Ich hab sooft daran gedacht, dir das einmal zu sagen.
Ohne dich wär ich nicht.
Ich liebe Dich!

Writer(s): HENNING VERLAGE, DER GRAF Lyrics powered by www.musixmatch.com

Aus dem heutigen Tagesevangelium:   Lk 24, 13-17

„Am ersten Tag der Woche waren zwei von den Jüngern Jesu auf dem Weg in ein Dorf namens Emmaus, das sechzig Stadien von Jerusalem entfernt ist. Sie sprachen miteinander über all das, was sich ereignet hatte.
Und es geschah: Während sie redeten und ihre Gedanken austauschten, kam Jesus selbst hinzu und ging mit ihnen. Doch ihre Augen waren gehalten, sodass sie ihn nicht erkannten.
Er fragte sie: Was sind das für Dinge, über die ihr auf eurem Weg miteinander redet?...“  

Auswahl Text/Foto: Ruth Winterscheidt, Gemeindereferentin

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Impuls vom 12. April 2020:

Was für eine Frau!

Onkel Karl, Eifeler Urgestein, sagte, wenn er etwas für unwichtig oder unwahrscheinlich hielt: "Ja, ja." Das, was eigentlich wie eine Zustimmung klang, drückte allerdings sein über der Sache stehen aus und dass er über das Gehörte nicht mal bereit sei, auch nur einen Gedanken zu verschwenden.
So stelle ich mir auch die Antwort der Jünger vor, nachdem Maria von Magdala ihnen verkündet hatte, dass sie den auferstandenen Herrn gesehen habe. Die Fortsetzung des Johannesevangeliums, die wir erst an Pfingsten hören, bestätigt meine Annahme: Die Jünger hocken weiterhin hinter verschlossenen Türen zusammen. Kein Erkennen, kein Aufbrechen, sie bleiben wie gelähmt. Was diese Frau sagt, ist für sie keine Grund, ihr Leben zu ändern. Sie schenken Maria keinen Glauben. Vielleicht halten sie sie sogar für verrückt oder dass ihr die Verzeiflung über den Tod des gemeinsamen Freundes Jesu den Verstand geraubt habe.
Dabei ist Maria von Magdala die erste, die verstanden hat. Nicht Simon Petrus und auch nicht Johannes. Sie hat den Mut, diese unglaubliche Botschaft zu verkünden. Was für eine Frau!
Und ich? Ich bin weit weg von der Überzeugungskraft dieser Frau. Was den Glauben an die Auferstehung angeht, bin ich die meiste Zeit meines Lebens den Jüngern viel näher, die "ja, ja" sagen, deren Herz und Verstand jedoch überfordert ist. Aber die Sehnsucht glauben zu können, die bleibt. Treffend bringt dies Huub Oosterhuis in seinem Lied zum Ausdruck: Ich möchte glauben, komm mir doch entgegen.

Text/Foto: Ida Prinz-Hochgürtel/Zitat aus Lied: GL 422 "Ich steh vor dir mit leeren Händen, Herr."

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Impuls vom 11. April 2020:

Hinabgestiegen in das Reich des Todes

Wir haben unsere Abstiegsgeschichten, Gott.
Wir erzählen nicht gern von ihnen.
Die Aufstiegsgeschichten sind uns lieber.
Abstieg
heißt Demütigung
heißt Beschämung
heißt Scheitern
Abstieg
heißt Deklassierung
heißt Untergang
heißt unten sein.
Wir sehen auf Christi Abstiegsgeschichte, Gott.
Christus ist für uns Menschen in die Hölle hinabgestiegen, in die Unterwelt des Todes.
Christus am absoluten Tiefpunkt.
Wir sehen auf die Abstiegsgeschichte der Kirche, Gott.
Die Kirche hat Menschen die Hölle heiß gemacht, mit Angst vor dem Tod regiert.
Kirche am absoluten Tiefpunkt.
Gott, erbarme dich.

Textauswahl/Foto: Ruth Winterscheid, Gemeindereferentin
Textquelle: veröffentlicht auf der Internetseite
www.evangelisch-auf-gutem-grund.de,
Manuskript zum Gottesdienst vom 18.08.2019)

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Impuls vom 10. April 2020:

Ausgetrocknete Seele

„Wie dürrer Sand ist meine Seele, wenn ich zu Dir beten möchte, nichts anderes fühlend als ihre eigene Unfruchtbarkeit. Mein Gott, verwandle Du diesen Boden in eine gute Erde, damit dein Samen nicht umsonst in sie falle, wenigstens lasse auf ihr die Sehnsucht wachsen nach Dir, ihrem Schöpfer, den sie so oft nicht mehr sehen will. Ich bitte dich von ganzem Herzen, zu Dir rufe ich, ‚Du’ rufe ich, wenn ich auch nichts von Dir weiß, als dass in Dir allein mein Heil ist, wende Dich nicht von mir, wenn ich Dein Pochen nicht höre, öffne doch mein taubes Herz, mein taubes Herz, gib mir die Unruhe, damit ich hinfinden kann zu einer Ruhe, die lebendig ist in Dir.“

(Sophie Scholl, Studentin und Widerstandskämpferin gegen das NS-Regime, hingerichtet am 24.2.1943; zitiert aus: Zuversicht! Sieben Wochen ohne Pessimismus, Die Fastenaktion der evangelischen Kirche 2020)
Auswahl Text/Bild: Alice Toporowsky, Pastoralreferentin

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Impuls vom 9. April 2020:

Jesus im Garten Gehtsemane

Jesus geht mit seinen Jüngern in den Garten Gehtsemane, einen Platz den er gerne und öfter mit seinen Jüngern aufgesucht hat. Jetzt ist es Nacht. Jesus weiß, was auf ihn zukommt. Er bittet seine Jünger, mit ihm zu wachen. Er geht tiefer in den Garten und betet zu seinem Vater. Jesus hat Angst, Todesangst. „Vater, wenn es möglich ist, lass' diesen Kelch an mir vorüber gehen.“ Eine Reaktion, die nur zu verständlich ist. Doch im nächsten Satz betet er: „Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!“ In seiner Angst und Panik verliert er nicht das Vertrauen in seinen Vater. Als er vom Gebet zu den Jüngern zurückkehrt, findet er sie schlafend. „Konntet ihr nicht mit mir wachen?“ Die Frage klingt nicht böse, eher resignativ. Doch trotz aller Angst und Zweifel findet er die Kraft, sich seinem Schicksal zu stellen und seine Aufgabe zu erfüllen.

Für mich ist dies eine der faszinierendsten  und berührendsten Stelle in den Evangelien. Es wird deutlich, wie groß das Vertrauen Jesu zu seinem Vater ist. Er gibt sich ihm ganz hin.

Am 14. März dieses Jahres hatten wir in Sistig eine „holy hour“.  Nach der Eucharistiefeier waren die Gottesdienstbesucher eingeladen noch eine Stunde Anbetung zu halten. Die Gruppe „Redeemed!“ gestaltete diese Stunde mit Gesang und freiem Gebet. Die Gläubigen waren eingeladen, eine Kerze anzuzünden und einen Bibelspruch zu nehmen, ihre Bitten und Gebete aufzuschreiben oder am Altar vor der Monstranz zu beten. Nur der Altarraum war beleuchtet. Es war eine sehr dichte Atmosphäre. In der Eucharistiefeier war verkündet worden, dass ab dem folgenden Montag keine öffentlichen Gottesdienste wegen des Corana-Virus gefeiert würden. Nach dieser Stunde haben wir mit mehreren noch zusammen gestanden. Einige hatten das Gefühl, dass diese Zeit für uns eine Ghetsamane Stunde war, weil wir ahnten – es uns aber noch nicht vorstellen wollten – dass Ostern dieses Jahr ohne öffentliche Gottesdienste stattfindet. Diese Stunde hat uns Teilnehmern viel Mut gemacht.

Nehmen wir uns heute Abend Zeit für Stille und Gebet. Legen wir all unsere Ängste, Sorgen, Zweifel vor Gott. Vertrauen wir uns ihm an! Bitten wir ihn um die Kraft, durch diese schwierige Zeit zu kommen.

(Text: P. Georg, Fotos: Lothar Gerhards)

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Impuls vom 8. April 2020:

Hier und jetzt – die „kleinen Dinge“ in der Natur entdecken

Ich kann nicht gut warten, aber ich habe es im Laufe meines Lebens durchaus gelernt. So fällt es mir zur Zeit auch nicht leicht abwarten zu müssen, wie sich die Coronakrise weiterentwickeln wird. Bei meiner Ungeduld hilft mir bis heute Bewegung, am besten draußen in der Natur. Dort habe ich in diesen Tage Buschwindröschen und Schlüsselblumen entdeckt. Erstaunlicherweise haben auch diese „kleinen Dinge“ eine beruhigende Wirkung auf mich. Sie lassen mich im Moment des Entdeckens ankommen und sein, ohne an die Zukunft zu denken.

Text/Foto: Ida Prinz-Hochgürtel, Gemeindereferentin

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Impuls vom 7. April 2020:

Maß allen Seins und Strebens

Geheiligt werde dein Name
         nicht der meine,
Dein Reich komme
         nicht das meine,
Dein Wille geschehe
         nicht der meine.
Gib uns Frieden mit Dir
Frieden mit den Menschen
Frieden mit uns selbst
und befreie uns von Angst.

Textauswahl/Foto:  Ruth Winterscheidt, Gemeindereferentin
Textzitat aus: ZEICHEN AM WEG, (spirituelles Tagebuch) von Dag Hammarskjöld, Seite 78

Verlag: Droemer  Knaur, 1965 / 1963, Auflage von 1973

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Impuls vom 6. April 2020:

„Ich verurteile dich nicht“

„Frau, hat dich keiner verurteilt?“ – „Keiner, Herr!“
„Auch ich verurteile dich nicht.
Geh und sündige von jetzt an nicht mehr!“
(aus dem Evangelium des heutigen Tages; Joh 8, 10f.)

Wie schnell habe ich mein Urteil über einen anderen Menschen gebildet?
Wie hart gehe ich oft mit mir selber ins Gericht?
Jesus heißt nicht alles gut.
Er nennt Ungutes beim Namen, verurteilt aber nicht den Menschen und nagelt ihn nicht auf seine Fehler fest.
Er nimmt mich an, so wie ich bin, und schenkt mir die Freiheit, wieder neu anzufangen – jeden Moment neu.
Alice Toporowsky, Pastoralreferentin

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Impuls vom 4./5. April 2020:

So ist der Mensch – zum Palmsonntag

"Hosianna" haben sie begeistert geschrien, "Hosianna, dem Sohne Davids!" Nicht lange hat es gedauert, da schrien sie dann: "Ans Kreuz mit ihm!" Aus der Begeisterung wurde Hass - tödlicher Hass. Schnell ist einer erledigt und abgeschrieben, gestorben, wenn er nicht mehr die Erwartungen erfüllt, die Leistung erbringt oder zu lästig erscheint. Schnell wird aus dem Beifall Verachtung, gnadenlos ist das Spiel der Masse, gnadenlos das Spiel auf Leben und Tod.

(aus einem Palmsonntagsgottesdienst im Dekanat Prutz, Tirol)
Auswahl Text/Bild: Alice Toporowsky, Pastoralreferentin

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Impuls vom 3. April 2020:

 

DU...

Du, der über uns ist,
Du, der einer von uns ist,
Du, der   i s t  -
auch in uns;
dass alle dich sehen – auch in mir,
dass ich den Weg bereite für dich,
dass ich danke für alles, was mir widerfuhr.
Dass ich dabei nicht vergesse der anderen Not.
Behalte mich in deiner Liebe,
so wie du willst, dass andere bleiben in der meinen.
Möchte sich alles in diesem meinem Wesen zu deiner Ehre wenden,
und möchte ich nie verzweifeln.
Denn ich bin unter deiner Hand,
und alle Kraft und Güte sind in dir.

Gib mir einen reinen Sinn – dass ich dich erblicke,
einen demütigen Sinn – dass ich dich höre,
einen liebenden Sinn – dass ich dir diene,
einen gläubigen Sinn – dass ich in dir bleibe.

(von Dag Hammarskjöld, 1954, aus  „Vägmärken“ / „Zeichen am Weg“, München/Zürich 1965, Droemer  Knaur)
Textauswahl/Foto: Ruth Winterscheid

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Impuls vom 2. April 2020:

Gott wird Wege finden

„Befiehl du deine Wege
und was dein Herze kränkt
der allertreusten Pflege des,
der den Himmel lenkt.
Der Wolken, Luft und Winden
gibt Wege, Lauf und Bahn,
der wird auch Wege finden,
die dein Fuß gehen kann.“

(Paul Gerhard, 1607-1676, evangelischer Theologe),
Auswahl: Alice Toporowsky, Pastoralreferentin

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Impuls vom 1. April 2020:

   

Nicht zum Lachen....

In einem Wanderzirkus brach Feuer aus. Es bestand die Gefahr, dass es auf die Felder übergreifen und damit auch das Dorf in der Nähe bedrohen könnte. Der Zirkusdirektor schickte daher den Clown, der schon für die Vorstellung geschminkt und gekleidet war, in das Dorf.  Hals über Kopf rannte der Clown auf den Marktplatz und rief: „Der Zirkus brennt, der Zirkus brennt! Kommt sofort und helft alle, das Feuer zu löschen!“ Doch die Dorfbewohner hielten das Geschrei des Clowns nur für eine neue Idee, möglichst viele Zuschauer in die Vorstellung zu locken. Sie klatschten und lachten über den vermeintlichen Werbetrick. Der Clown, dem zum Weinen zu Mute war, beschwor die Leute. Er versuchte ihnen klarzumachen, dass dies kein dummer Spaß, sondern bitterer Ernst sei, es brenne wirklich. Doch je mehr er sie anflehte „Helft! Bitte, helft schnell“, desto mehr Menschen blieben stehen. Sie fanden, er spiele seine Rolle ausgezeichnet, bis das Feuer auf die Felder übergriff und auch das Dorf, für das jede Hilfe zu spät kam, in Flammen aufging. (Parabel, nach Sören Kierkegaard)
Bill Gates, US-amerikanischer Unternehmer und Gründer der Firma Microsoft, Programmierer und Mäzen, mahnte vor fünf Jahren vor einer gefährlichen Virus-Pandemie und forderte die Staaten zum Handeln auf; zahlreiche andere Experten ebenfalls.  -  Vergebens, wie wir wissen. Gates' Apell wurde millionenfach gesehen und gehört. Seine eindringliche Mahnung wurde weitgehend ignoriert.

Gott, öffne unsere Ohren, unsere Herzen und unseren Verstand für die Nachrichtenüberbringer, die du uns sendest.

Zeichnung, Text/Textauswahl: Ruth Winterscheidt, Gemeindereferentin

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Impuls vom 31. März 2020:

Zweiter Hermann-Josef-Dienstag

Ich werde öfter gefragt: „Was ist das Besondere am hl. Hermann Josef?“ Diese Frage lässt sich nicht leicht beantworten. So etwas ganz Herausragendes können wir von ihm nicht berichten. Trotzdem kommen auch heute noch viele Pilger nach Steinfeld, um ihn zu verehren. Sicherlich wäre unter normalen Umständen auch heute die Kirche voll.

„Was ist das Besondere am heiligen Hermann Josef“

  • Er hat vorbildlich seine Aufgaben als Sakristan und im Speisesaal erledigt;
  • Er war ein beliebter Seelsorger bis ins hohe Alter;
  • Er hatte eine tiefe Marienfrömmigkeit;
  • Er war Mystiker;
  • Er hat die Eucharistie tief verehrt;

Das sind Eigenschaften, die sich entweder in der Stille entfalten oder im Alltäglichen gelebt werden. Unbeachtet!

 „Was ist das Besondere am heiligen Hermann Josef?“

Ich glaube, der hl. Hermann Josef war authentisch. Er hat das gelebt, was er geglaubt hat und er hatte eine große Liebe zu den Menschen. Dieser Glaube und diese Liebe waren so stark, dass sie die Jahrhunderte überdauert haben und bis heute ausstrahlen. Gerade in den Evangelien der Fasten- und der Osterzeit wird uns von Jesus berichtet, wie er die Menschen im Alltag in ihrer jeweiligen Situation erreicht und berührt hat. Dem ist Hermann Josef gefolgt.

 „Was ist das Besondere am heiligen Hermann Josef?“

Unser Mitbruder P. Antonius Sarrazin drückte es in einem Lied so aus:

„In Demut und in Frömmigkeit
 in Reinheit und in Nüchternheit
war er der Knecht getreu und klug,
solang das Lebenslos er trug.
Sein herrliches Verdienst verleiht
Das Heil den Kranken weit und breit;
wer zu ihm ruft, matt und erschlafft,
blüht auf in neuer Lebenskraft.
So steig auch froh aus unserm Chor,
das Lied zu seinem Preis empor,
dass seine Hilfe uns begleit‘
durch alle uns’re Lebenszeit“

Ich wünsche Ihnen allen einen gesegneten Tag.

(Text: P. Georg; Foto: P. Wieslaw, Kloster Steinfeld)

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Impuls vom 30. März 2020:

„Komm heraus!“

Eindrucksvoll schildert der Evangelist Johannes, wie Jesus tief erschüttert vor dem Grab seines Freundes Lazarus steht. Mit dem Ruf „Lazarus, komm heraus!“ ruft er den Toten ins Leben zurück. „Ich bin die Auferstehung und das Leben“, hatte Jesus über sich selbst gesagt und zeigt jetzt, dass es stimmt.
Wie „lebendig begraben“ fühle er sich, berichtet ein junger Mann in einem „Tagesschau Extra“ aus der Corona-Quarantäne. Dieses Gefühl kann ich gut nachvollziehen. Für viele von uns ist es ein sehr eingeschränktes Leben im Moment. Reisen und Ausflüge, Treffen und Begegnungen, kulturelle Veranstaltungen und Gottesdienste – alles gestrichen.
„Komm heraus!“ Die Worte müssen auch damals am steinernen Grab wie ein Hohn geklungen haben. Drei Tage schon lag Lazarus darin. Wie soll der Tote, bei dem der Verwesungsgeruch schon eingesetzt hatte, heraus kommen?
Aber Gott ruft ins Leben. Sein Ruf ist kein bloßer Imperativ. Mit der Aufforderung gibt Gott die Kraft dazu.
Ich glaube, dass Gott uns zuallererst in dieses Leben gerufen hat. Dass Er uns jeden Tag neu ins Leben ruft, in ein „Leben in Fülle“, auch heute und auch in der Covid 19-Pandemie. Und ich glaube, dass Er uns eines Tages, wenn wir sterben, auch aus unserem Grab ruft. Bei unserem Namen. „Komm heraus!“
Alice Toporowsky, Pastoralreferentin

Orgeldetail, Steinfeld Basilika, Foto: gkli

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Impuls vom 28./29. März 2020:

Am 5. Fastensonntag

liest die Kirche das Evangelium von der Auferstehung des Lazarus. Jesus sagt von sich: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt“ (Joh 11, 25). Wie lebe ich mit dieser Verheißung?

Mich dem Leben in die Arme werfen
Wir sind auf der Suche
nach einer Kraft,
die uns aus den Häusern,
aus den zu engen Schuhen
und aus den Gräbern treibt.
Aufstehen und
mich dem Leben in die Arme werfen –
nicht erst am jüngsten Tag,
nicht erst, wenn es nichts mehr kostet
und niemandem mehr weh tut.
Sich ausstrecken nach allem,
was noch aussteht,
und nicht nur nach dem Zugebilligten.
Uns erwartet das Leben.
Wann, wenn nicht jetzt?“

Luzia Sutter Rehmann; ausgesucht von Alice Toporowsky, Pastoralreferentin

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Impuls vom 27. März 2020:

Stroh zu Gold

Textzitat / Märchensammlung Gebrüder Grimm / Rumpelstilzchen:
„Es war einmal ein Müller, der war arm, aber er hatte eine schöne Tochter.  Nun traf es sich, dass er mit dem König zu sprechen kam, und um sich ein Ansehen zu geben, sagte er zu ihm: ,,Ich habe eine Tochter, die kann Stroh zu Gold spinnen." Der König sprach zum Müller: ,,Das ist eine Kunst, die mir wohlgefällt; wenn deine Tochter so geschickt ist, wie du sagst, so bring' sie morgen in mein Schloss, da will ich sie auf die Probe stellen." Als nun das Mädchen zu ihm gebracht ward, führte er es in eine Kammer, die ganz voll Stroh lag, gab ihr Rad und Haspel und sprach: ,,Jetzt mache dich an die Arbeit, und wenn du diese Nacht durch bis morgen früh dieses Stroh nicht zu Gold versponnen hast, so musst du sterben!" Darauf schloss er die Kammer selbst zu, und sie blieb allein darin. Da saß nun die arme Müllerstochter und wusste um ihr Leben keinen Rat; sie verstand gar nichts davon, wie man Stroh zu Gold spinnen konnte, und ihre Angst ward immer größer, dass sie endlich zu weinen anfing…“

Kommentar zum Textzitat:
„Stroh zu Gold spinnen“ – eine unmöglich zu lösende Aufgabe für die Müllerstochter. Bis in unsere Tage hinein stellt man Menschen vor eine solche Aufgabe. Von Angst und Verzweiflung ergriffen resignieren Betroffene, erstarren oder suchen nach Auswegen. Heilsbringer und Problemlöser tauchen auf; sie bieten ihre Dienste an, gegen Bezahlung selbstverständlich. Einige Anbieter nutzen die ausweglos scheinende Situation aus und führen damit noch tiefer in Not und Elend. Als lehrreiche Geschichten bleiben Märchen aktuell. Unser Leben ist kein Märchen. Wir leben real im Hier und Jetzt, mit unseren Sorgen, Aufgaben, Möglichkeiten und Begrenzungen.
Was Menschen unmöglich scheint, soll aber nicht unmöglich bleiben. Es heißt, es gäbe da noch jemanden, dem man sich anvertrauen dürfte, ganz gleich, welche Sorgen, Nöte und Aufgaben zu bewältigen anstehen. Da gäbe es noch jemanden, der Unmögliches möglich machen kann, aus „Stroh“  (Abfall, Wertlosem)  „Gold“ (Kostbares) schaffen könnte, wenn man sich auf ihn einließe, in jeder Lebenssituation und in jedem Anliegen. „Er“ würde nicht betrügen und ruinieren, heißt es. Vertrauen oder nicht vertrauen – jeder und jede von uns hat die Wahl: Mit Gott oder ohne Gott, in allem und jeden Tag. 

Ihre Ruth Winterscheidt, Gemeindereferentin, Bild- / Textauswahl, Kommentar

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Impuls vom 26. März 2020:

Eine Brache ist ein wirtschaftlich ungenutztes Stück Land.
In vergangenen Zeiten wurden Felder brach liegen gelassen, damit sie sich regenerierten. Brachzeiten erfahren wir auch in unserem Leben. Vielleicht gerade jetzt.

Brachzeit

Ich darf versuchen
die Knoten in meinem Leben
zu entwirren
aber ich muss nicht,
es ist Brachzeit.
Ich darf hinsehen
auf Geglücktes und Verdrehtes
aber ich muss nicht,
es ist Brachzeit.
Ich darf mich bemühen
um einen feinfühligeren Umgang
um eine differenziertere Wahrnehmung
um die Achtung meiner Grenzen
aber ich muss nicht,
es ist Brachzeit.
Ich könnte einfach einmal
bei mir bleiben
Knoten, Geglücktes und Verdrehtes liebhaben
und mein Leben nehmen
wie es ist. (Magdalena Froschauer-Schwarz)

Textauswahl/Foto, aufgenommen bei Schleiden: Ida Prinz-Hochgürtel

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Impuls vom 25. März 2020:

Hochfest der Verkündigung des Herrn

„Für Gott ist nichts unmöglich“ (Lk …). Das ist die Antwort des Engels Gabriel auf die Frage Marias, wie das denn gehen soll. Wie soll der verheißene Sohn Gottes in die Welt kommen – doch nicht etwa durch sie, ein junges, völlig unbedeutendes Mädchen aus einem kleinen „Kaff“ in Galiläa?

„Für Gott ist nichts unmöglich“ – das hat ein wenig von einem „Totschlägerargument“. Dagegen kann man nichts mehr sagen. Damit kann man alles begründen, jeden Einwand entkräften. Und doch ahne ich eine ungeheure Verheißung in diesen Worten. „Für Gott ist nichts unmöglich“ – das heißt für mich: Gott lässt sich nicht in die Schemata meines Denkens, meiner Logik pressen. Gott ist verborgen da – aber anders, als ich es mir vorstellen kann. Gott kann einen neuen Anfang machen, wo nach menschlichem Ermessen alles hoffnungslos ist. Wo wir mit unserem Latein am Ende sind, begleitet Er uns weiter – durch das Ende, durch Tod und Dunkel hindurch bis in das Licht der Auferstehung.

Bitten wir heute am Fest der Verkündigung des Herrn Maria um ihre Fürsprache, dass uns ein Fünkchen dieser Hoffnung aufleuchte.

Alice Toporowsky, Pastoralreferentin, Text/Foto; Marienstatue aus dem 15. Jahrhundert, Steinfeld

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Impuls vom 24. März 2020:

Hermann-Josef-Dienstag (24. März 2020)

Es tut uns allen sehr leid, dass wir heute nicht in Steinfeld zusammenkommen können, um Gottesdienst zu feiern und anschließend ein gemeinsames Frühstück einzunehmen anlässlich des ersten Hermann-Josef-Dienstags 2020. Viele haben sich auf diesen Tag gefreut, nun ist die Freude getrübt. Doch wir können heute ein Gebet sprechen und diesen Impuls verinnerlichen:
Ein Mensch, der sehr gut zwei Welten, die himmlische und die die irdische Welt, miteinander verbinden konnte, war der Heilige, den wir in Steinfeld besonders verehren - der hl. Hermann Josef. Mit zwölf Jahren kam Hermann in das Prämonstratenserkloster nach Steinfeld. Nach Vollendung der üblichen Studien wurde er zum Priester geweiht. Zunächst betraute man ihn mit dem Dienst im Speisesaal. Im Widerstreit seines Herzens zwischen der Pflicht zu äußerer Arbeit und dem Verlangen nach betrachtendem Gebet gab ihm seine himmlische Mutter die wegweisende Lebensdevise, „den Mitmenschen in Liebe zu dienen“. Und seiner Lebensbeschreibung können wir entnehmen, dass er sich ganz und gar Gott und seinen Mitmenschen in den Dienst stellte. In kleinen gewöhnlichen Aufgaben, wie der Dienst im Refektorium oder in der Sakristei, hat er immer die Größe des Menschen gesehen. Sein Lebensraum war das Kloster. Im Kloster Steinfeld fand er die Stätte der Heiligung und der Erfüllung des Lebens. Er war einfach für die Menschen da. In seiner Nähe fanden die Menschen Güte, Verständnis, Hilfsbereitschaft und Treue. Die alltäglichen Werke der Liebe und das betrachtende Gebet waren für den Heiligen Hermann-Josef heilig.

Auf die Fürsprache des hl. Hermann Josef von Steinfeld, wollen wir uns im Gebet vereinen und in aktuellen Anliegen der heutigen Welt beten:
Du Gott aller Freundlichkeit und Güte,
in dieser Zeit voller Angst und falscher Behauptungen,
voller Elend und vergessener Opfer,
aber auch die Zeit von Menschen,
die ihre Hoffnung teilen und für deine gute Nachricht eintreten,
rufen zu dir und bitten:
Guter Gott, erbarme dich!
Für die Opfer des Corona-Virus,
das inzwischen alle Welt herausfordert,
für die mutigen und ausdauernden Helferinnen und Helfer,
Pflegerinnen und Ärzte, Einsatzkräfte und Entscheider,
für alle, die selbst voller Angst sind,
für die, die wider alle Vernunft und Einsicht Panik verbreiten,
für diejenigen, die aufklären, informieren und beraten,
oft gegen viele Widerstände,
für sie alle rufen wir zu dir und bitten:
Guter Gott, erbarme dich!
Für die Bedrängten und Verzweifelten an der griechisch-türkischen Grenze,
missbraucht für Interessen menschenverachtender Politik,
alleingelassen durch ein Europa,
das sich gerne auf seine Werte beruft,
zu all' dem noch als Zielscheibe von Rechten und Fremdenfeinden:
für sie alle rufen wir zu dir und bitten:
Guter Gott, erbarme dich!
Für die Opfer von Menschenhandel und Unterdrückung,
missbrauchte und ausgebeutete Frauen und Kinder weltweit,
aber auch bei uns,
dass sie ihre Geschichten erzählen können
und ihr Leid endlich gehört wird in Justiz und Verwaltung,
aber auch in deiner Kirche und in dieser Gemeinde,
dass Täter und Täterinnen überführt und zur Rechenschaft gezogen werden,
darum rufen wir zu dir und bitten:
Guter Gott, erbarme dich!
Verleih' uns Frieden gnädiglich,
du Gott, in diesen Zeiten,
rette die in Ängsten und Nöten gefangen sind,
uns aber und allen Menschen guten Willens
schenke Einsicht in die Klarheit deiner Botschaft,
die uns an die Seite derer stellt,
die auf Hilfe hoffen.
Lass' sie und uns alle nicht vergehen,
nicht in Übermut, nicht in Verzweiflung.
Sei du selbst unser starker Fels!
Wir rufen zu dir und bitten:
Guter Gott, erbarme dich!

(Fürbitten aus „Brot für die Welt“)

Pater Wieslaw Kaczor, SDS, Pfarrer und Leiter der GdG Steinfeld (Text/Foto; Grab des hl. Hermann Josef, Steinfeld Basilika)

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Impuls vom 22. März 2020:

Ora et labora - Bete und arbeite

Diese Redewendung verbinde ich mit klösterlichem Leben. Ordensfrauen und -männer arbeiten während bestimmter Zeiten und treffen sich ebenfalls zu festgelegten Zeiten zum gemeinsamen Beten. Diese spätmittelalterliche Regel lässt die Ordensleute in einem rhythmischen Wechsel, zwischen Aktivität und zur Ruhe kommen und sich Gott anvertrauen, leben. Der moderne Begriff dafür: Work-Life-Balance. Gerade in Zeiten einer Krise kann ein Ausgleich zwischen Arbeit, sich Sorgen machen und einer Zeit, um durch Ruhe und Meditation Abstand zu gewinnen und aufzutanken, sich anzuvertrauen, hilfreich sein.

Wie kann eine solche Ruhe- oder auch Gebets-/Meditationszeit gestaltet werden?

1. Ich finde meine Zeit
Es soll eine Zeit sein, in der es die Lebensumstände am besten zulassen, die in meinen Tagesrhythmus passt. Gerade zu Beginn kann es sinnvoll sein, diese Zeit festzulegen und sich auch einen Wecker für die Dauer der "Ruhezeit" zu stellen. „Fünf Minuten“ sind für viele Menschen ein guter Einstieg.

2. Ich finde meinen Ort und meine Haltung
Ich suche mir einen Ort, an dem ich ungestört bin und an dem ich mich wohl fühle, er verhilft mir zur Sammlung. Das kann sein: Ein Zimmer, in dem ich zur Ruhe komme, eine Kirche; Ein Bild, ein Kreuz, eine Kerze, eine Blume, eine leere Wand - eine Sitzgelegenheit und eine Art zu sitzen, die mir hilft, gelöst, offen und wach da zu sein.

3. Ich finde Wege, um mich nicht ablenken zu lassen
Um zur Ruhe zu kommen, empfiehlt es sich: Das Telefon/Handy abzustellen beziehungsweise sich entscheiden, nicht an den Apparat zu gehen. Sich gegebenenfalls mit den anderen in der Wohnung oder im Haus abzusprechen, dass ich jetzt nicht gestört werden möchte.

4. Evtentuell lese ich einen Impuls, einen besinnlichen Text, eine Bibelstelle, ein Gebet, ein Lied - oder ich schaue auf einen Gegenstand und versuche mit meinen Gedanken dabei zu bleiben.
Es kann hilfreich sein, immer wieder den ausgewählten Text oder das, was ich anschaue, ins Wort zubringen ("Die Kerze schenkt Licht und Wärme.") und dies zu wiederholen, wenn ich merke, dass ich gedanklich abschweife. Manchen hilft es auch die Augen zu schließen und im Atemrhythmus innerlich still zu sprechen.

Probieren Sie es – genau wie ich – doch einfach, mehrfach oder täglich bis auf weiteres mal aus.

Ihre Ida Prinz-Hochgürtel / Foto: gkli

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Impuls vom 22. März 2020:

Besinnung und Einkehr

"Stille und Ruhe bringen die ganze Welt in das richtige Maß zurück." (Laotse, Philosoph), Foto: gkli

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Impuls vom 21. März 2020:

Vorsicht und Zuversicht

"Wir sollten alles gleichermaßen vorsichtig wie auch zuversichtlich angehen." (Epiktet, Philosoph), Foto: gkli

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Impuls vom 20. März 2020:

Mein Licht

„Der Herr ist mein Licht und mein Heil: Vor wem sollte ich mich fürchten? Der Herr ist die Kraft meines Lebens: Vor wem sollte mir bangen? Dringen Frevler auf mich ein, um mich zu verschlingen, meine Bedränger und Feinde, sie müssen straucheln und fallen. Mag ein Heer mich belagern: Mein Herz wird nicht verzagen. Mag Krieg gegen mich toben: Ich bleibe dennoch voll Zuversicht. Nur eines erbitte ich vom Herrn, danach verlangt mich: Im Haus des Herrn zu wohnen alle Tage meines Lebens …“ (Psalm 27, 1-4b).

Feinde, die ihn bedrängen und zu vernichten drohen, machen dem Beter von Psalm 27 das Leben schwer. Und trotzdem lässt er sich davon nicht niederdrücken. All die Widrigkeiten nehmen nicht den obersten Platz in seinem Leben ein. Das Wichtigste für ihn ist, Gott zu suchen. Wie viel bringt mich in diesen Tagen aus der Fassung – die immer gravierenderen Einschränkungen des Alltags durch die Corona-Krise, die völlige Planungsunsicherheit, die Sorge um die Gesundheit meiner Angehörigen. All das ist schlimm und drückt mich nieder. Und dennoch ist Gott auch für mich „mein Licht und mein Heil“. Wir bleiben in Seiner Hand. Ich wünsche Ihnen allen etwas von der Zuversicht dieses uralten Gebets.

Text/Foto: Alice Toporowsky, Gemeindereferentin

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Impuls vom 19. März 2020:

Josef

Nicht nur mein Vater hieß Josef, auch gleich unsere drei nächsten Nachbarn hießen Josef oder eben Jupp oder Jöösef, je nachdem wie man so sagte. In meiner Kindheit und Jugend wurde der Namenstag und nicht der Geburtstag gefeiert. Doch der Namenstag meines Vaters war in jedem Jahr ein wenig anders, da ein paar Verwandte nicht jedes Jahr erschienen. Sie besuchten abwechselnd auch noch eine Namenstagsfeier „von der anderen Seite“, also von der Verwandtschaft der Ehefrau oder des Ehemannes.

Damit die vielen Josefe besser unterschieden werden konnten, bekamen manche noch den Namen von Opa oder Pate dazu: wie der Franz-Josef, der Peter-Josef, der Heinz-Josef und selbstverständlich auch der Hermann-Josef. Überrascht war ich vor einigen Jahren, als ich ein Kind mit Namen Josef kennenlernte. Die Eltern hatten sich für einen sogenannten „alten“ Namen entschieden, was offensichtlich wieder häufiger vorkommt. Als Frau mit dem alten Namen Ida kann ich das bestätigen. Was bewegt Eltern, ihrem Kind den Namen Josef zu geben? Josef war Marias Mann, er wird als Ziehvater Jesu bezeichnet. Heute würden wir sagen, er war der soziale Vater Jesu. Josef von Nazareth ist außerdem der Patron der Arbeiter. Möglicherweise verbinden wir mit jemandem der Josef heißt, dass er ein fleißiger Mann ist, der sich um Frau und Kinder kümmert, der Verantwortung übernimmt und auch die Größe hat, niemanden bloßzustellen.

Wie ist oder war das bei Ihnen? An welchen Josef erinnern Sie sich? Wen besuchten Sie (alles) am 19. März, am Josefstag? Mit wem wollten Sie eigentlich im Jahr 2020 Namenstag feiern? Grüßen Sie ganz herzlich den Josef am Telefon oder über Handy, gratulieren Sie ihm (unbekannterweise) auch von mir und wünschen ihm Gesundheit, Wohlergehen und Gottes Segen!

Ihre Ida Prinz-Hochgürtel, Gemeindereferentin (Text)