Hörprobe: Andreas Warler »Improvisation«![]()
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Die Anfänge einer Orgel in der Klosterbasilika Steinfeld
reichen bis ins 16. Jahrhundert zurück. Die erste Orgel befand
sich entweder als Schwalbennest-Orgel an der nördlichen
Langschiffwand oder auf dem Lettner (als Lettner-Orgel), der sich
bis 1509 unter dem dritten Joch befand, bis er dann ins
Eingangsjoch der Basilika zurückversetzt wurde. Dort wurde um
1600 vermutlich durch Floris Hoque (Brabant) die erste große
Orgel gebaut, von der es in einer Quelle von 1701 heißt, daß
sie (vermutlich mit 17 Registern) mit allen Orgeln der Domstadt Köln
wetteifern konnte, mit Ausnahme der Domorgel.
1678 errichtete der Klosterbruder Michael Pirosson ein neues
achtfüßiges Hauptwerksgehäuse mit schwerem Barockdekor, dem
nach 1720 der Chorherr Norbert Windheiser ein Rückpositivgehäuse
und zwei Pedaltürme in der Emporenbrüstung hinzufügte. Unter
Verwendung der alten Pfeifenbestände (17 Register) vollendete
Balthasar König aus Bad Münstereifel 1727 ein Orgelwerk mit 29
Registern. Die mit Holzatrappen versehenen Pedaltürme erhielten
erst 1879 selbständige Pedalregister.
Infolge der Säkularisation 1802 wurde die Prämonstratenser-Abtei
aufgehoben. Die Klostergebäude wurden enteignet und versteigert;
die Basilika blieb als Pfarrkirche erhalten. Die Pfarrgemeinde
besaß aber nicht die Mittel, das alte Kulturgut so zu pflegen,
wie es wünschenswert und notwendig gewesen wäre. So wurden auch
die Schäden an der Orgel immer größer, bedeutende Reparaturen
waren nicht möglich aber nachträglich gesehen ein Glücksfall
die Orgel wurde auch in ihrer Substanz nicht wesentlich
verändert.
1923 übernahmen die Salvatorianer die ehemalige Abtei und
erneuerten die Klostergebäude. Die Diözese führte in der
Basilika großangelegte Restaurierungen durch.1934 erweiterte die
Firma Klais, Bonn, die Orgel auf 46 Register, elektrifizierte die
Spiel- und Registertraktur und machte somit aus dem barocken
Instrument ein dem Zeitgeist entsprechendes romantisches
Orgelwerk.
Wegen Funktionsstörungen mußte die Orgel 1977 stillgelegt
werden. Die Orgelbaufirma J. Weimbs, Hellenthal, wurde mit der
Restaurierung der Orgel beauftragt. Ihr gelang es, sie nach
vielen Forschungsarbeiten wieder in ihren ursprünglichen Zustand
von 1727 zurückzuversetzen, was Spieltechnik als auch Klang
anbetrifft.
Die Orgel bildet heute ein lebendiges Zeugnis einer
beispielhaften Restaurierung und genießt in Orgelfachkreisen
mittlerweile einen Ruf, der sich in weltweite Dimensionen
erstreckt. Mit 35 Registern und 1956 Pfeifen besitzt die Basilika
Steinfeld die größte noch erhaltene dreimanualige historische
Orgel des Rheinlandes.
Kirchenmusikdirektor Viktor Scholz schreibt im Gutachten zur
Restaurierung:
"Der Orgelwerkstätte Weimbs muß bescheinigt werden, daß
sie zu den besten Orgelmachern in Deutschland zählt. Sie hat in
mühevoller Kleinarbeit und mit erstaunlichem Einfühlungsvermögen
das Geheimnis der kostbaren Steinfelder Orgel erspürt. Sie hat
mit hohem kunsthandwerklichen Vermögen eine der wertvollsten
Orgeln des Rheinlandes wieder erstehen lassen, von der viele
glaubten, sie sei für immer verstummt und verloren."
Br. Andreas Warler SDS
Organist an der Basilika Steinfeld
Jahresprogramm 2002 der
Kirchenmusik an der Basilika Steinfeld
Jahresprogramm
2003 der Kirchenmusik an der Basilika Steinfeld
Bruder Andreas Warler SDS - Curriculum vitae
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Freundeskreis "Musik an der Basilika
Steinfeld"
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