Wort und Klang – ein geistiger Kurzurlaub in der Basilika Steinfeld


Steinfeld. "Bitte, mehr davon", war der Gedanke, als das Musik- und Meditationsangebot "Wort und Klang" am Donnerstagabend in der Basilika Steinfeld zu Ende ging. Die Zuschauer konnten nicht anders, sie gaben den Ausführenden einen lang anhaltenden, kräftigen Applaus. Sehr bereichernd zu den Worten und Gedanken, die Pastoralreferentin Alice Toporowsky vortrug, waren die musikalischen Beiträge des Sistiger Motettenchores unter der Leitung von Kirchenmusiker Michael Pützer. Romantische Stücke von Lori True: „Magnificat“ und „One Lord“. Dann "Look at the world", legendär von John Rutter. "Bleib bei uns Herr" von William Henry Monk sangen die Choristen in hervorragender Weise a cappella.

 
Die Choristen hatten im Chorgestühl der Basilika Steinfeld Platz genommen. Diese Aufstellung tat der Akustik gut. Ausgezeichnet und klar klangen die Stimmen durch den großen, verzweigten Kirchenraum. Stehen die Musiker oder Sänger in der Apsis weiter in Richtung Zuschauerraum, dann gibt es in der Basilika Steinfeld unter Umständen auch schon mal einen nicht so prickelnden Klangbrei. Mit dem Titel "May the Lord send Angels" von Heinz-Helmut Jost/ M. Pützer empfahl sich der Motettenchor aus Sistig als absolutes Aushängeschild der GdG-Steinfeld.
 
Alice Toporowsky ging in ihren - wie immer mit sehr viel Ruhe in der Stimme - vorgetragenen Gedanken auf die Schwierigkeiten in der Coronazeit ein, auf die Art, mit Einladungen umzugehen, vor allem die Einladung, Gott zu folgen. Den Abend beendete sie mit einem Gebet aus "Ball des Gehorsams" von Madeleine Delbrêl (1904-64), eine französische Sozialarbeiterin und Mystikerin. Die Leichtigkeit im Glauben spielt im Gebet eine große Rolle.
 
Auszug aus „Ball des Gehorsams":
 
Wir aber, vergessen so oft die Musik deines Geistes.
Wir haben aus unserem Leben eine Turnübung gemacht.
Wir vergessen, dass es in deinen Armen getanzt sein will,
dass dein heiliger Wille von unerschöpflicher Phantasie ist.
 
Und, dass es monoton und langweilig
nur für grämliche Seelen zugeht,
die als Mauerblümchen sitzen am Rand
des fröhlichen Balls der Liebe.“
 
Madeleine Delbrêl (1904-64)