Erntedank eines Optimisten

Ich danke für die Unordnung in meinem Haus nach dem Fest, die ich aufräumen muss, denn das heißt, dass ich Freunde habe.

Ich danke für die Steuern, die ich zahlen muss, denn das heißt, dass ich beschäftigt bin und einen Arbeitsplatz habe.
 
Ich danke für den Rasen, den ich mähen muss, die Fenster, die ich putzen muss, und die Dachrinnen, die ich säubern muss, denn das heißt, dass ich ein zu Hause habe.
 
Ich danke für die Kleider, die mir etwas zu eng sind, denn das heißt, dass ich mehr als genug zu essen habe.
 
Ich danke für den Schatten, der mir zuschaut, wenn ich arbeite, denn das heißt, dass ich an der Sonne bin.
 
Ich danke dafür, dass ich mich ständig über meine Regierung beklagen darf, denn das heißt, dass ich Meinungsfreiheit habe.
 
Ich danke für die Heizungsrechnung, denn das heißt, dass ich es warm zu Hause haben darf.
 
Ich danke für den Nachbarn/die Nachbarin in der Kirchenbank, der/die schief singt und mir ständig auf die Nerven geht, denn das heißt, dass ich gut hören kann.
 
Danke für die viele Wäsche, die ich zu waschen und zu bügeln habe, denn das heißt, dass meine lieben Menschen bei mir sind.
 
Ich danke für die Müdigkeit und vielleicht auch für den Muskelkater, für die schweren Beine am Ende des Tages, denn das heißt, ich durfte aktiv sein.
 
Ich danke für den Wecker, der mich jeden Tag aus dem Schlaf holt, denn das heißt: ich lebe.
 
(Aus dem Polnischen übersetzt: P. Wieslaw Kaczor)