Umzug der Trappistinnen von Maria Frieden nach Steinfeld Anfang 2022

Maria Frieden/Steinfeld. Nach wie vor ist der Weg nach Maria Frieden kaum zu finden. Versteckt liegt die Abtei hinter der Dahlemer Binz. Noch sind die Trappistinnen vor Ort, die 1952 aus den Niederlanden in die Eifel kamen. Seit neun Jahren ist Schwester Maria Gratia die Äbtissin in Maria Frieden. Als sie diese Aufgabe übernahm, gab es nahe der Binz noch 23 Schwestern. Heute sind es elf. Mehr als die Hälfte starb in den vergangenen Jahren aus Altersgründen. Die elf noch verbliebenen Schwestern sind zwischen 52 und 93 Jahre alt.

Schwester Gratia, 60, kam 1986 nach Maria Frieden, einem Ort mit schrecklicher Vergangenheit, was die Zeit des Zweiten Weltkriegs angeht. Sie berichtet: „Seit Herbst 2018 war es im Gespräch, dass die Abtei eine Veränderung braucht. Die wirtschaftliche Lage war nicht mehr haltbar, es gab zu große und zu viele Gebäude, der Unterhalt wuchs uns über den Kopf.“ Es begann die Suche nach einer guten Lösung, die nun gefunden wurde. Sehr hilfreich war dabei die Beratungsfirma Hinzen aus Köln ( siehe https://www.hinzen-privatkontor.de/ ). Mutter Michaela, Äbtissin der Benediktinerinnen, deren Ordensgemeinschaft mit der Unterstützung von Hinzen im vergangenen Jahr von Steinfeld nach Köln umgezogen war, schlug die Brücke zu dieser Firma, „die für jedes Kloster eine eigene, passende Lösung findet“, schwärmt Schwester Gratia.

Zu Beginn des Jahres 2022 werden die elf Trappistinnen nun nach Steinfeld umziehen in das Kloster, in dem zuletzt die Benediktinerinnen wirkten. In Maria Frieden stellten die Schwestern viele Jahre verschiedene Produkte her, so etwa Likör, Hautöl, Kastanienextrakt, auch webten und nähten sie Paramente in einer Handweberei und banden Bücher in einer eigenen Buchbinderei. In Steinfeld nun werden sie sich u.a. um die Herstellung von Weihrauch kümmern, die Benediktinerinnen hinterließen ihren Nachfolgerinnen das gut geschützte und gut gehütete Rezept.

Schwester Gratia: „Natürlich haben wir uns bereits mit der Herstellung auseinander gesetzt und beschäftigt. Der Weihrauch, den wir herstellen, muss ganz fein gemahlen werden, dann fügen wir der Masse Essenzen hinzu. Anschließend muss das Gemisch lange liegen.“ Der Weihrauch kommt aus dem Libanon, und genau wie die Essenzen ist er sehr kostbar. Das Endprodukt wird zu einem Teig verknetet, dann in kleine Stückchen geschnitten und verkauft. Schwester Gratia: „Das wird in Deutschland auf diese Weise nirgendwo anders so hergestellt.“

Dass Steinfeld ein Touristenort ist und weit entfernt von der Abgeschiedenheit von Maria Frieden liegt, ist den Schwestern bewusst. Schwester Gratia: „Wir haben drüber auch nachgedacht. Doch auch in Steinfeld werden wir in strenger Klausur leben. Die Benediktinerinnen haben kaum anders gelebt.“

Die Abtei Maria Frieden wird der Rheinische Verein für Katholische Arbeiterkolonien übernehmen. Speziell wohnungslose Frauen sollen hier eine Bleibe erhalten und die Möglichkeit, sich wieder in die Gesellschaft zu reintegrieren.

Schwester Gratia: „Ich gehe mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Die Trennung von unserem Kloster fällt uns allen schwer. Doch ich kann mir für unsere Situation keinen besseren Ort vorstellen als Steinfeld.“ (gkli)

......und wir in Steinfeld freuen uns auf die neuen Steinfelderinnen....

Fotos: Schwester Gratia / gkli