Der hl. Potentinus, seine vielen Pflaster und das Deutsche Ärztorchester

Die elegante Haltung der Figur fällt auf: Der hl. Potentinus, Schutzpatron der Basilika Steinfeld, steht mit einem gewissen Schwung auf seinem Sockel im altehrwürdigen Kirchenschiff in Kall-Steinfeld. Die Figur aus dem 15. Jahrundert ist mindestens lebensgroß. Was sie aber leider auch ist: Sie ist ziemlich stark mit Japanpapier zugepflastert.
 
Da will ausgerechnet das Deutsche Ärzteorchester in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz Abhilfe schaffen. Die musizierende Ärzteschar möchte dem hl. Potentinus dazu verhelfen, dass er die unzähligen Pflaster an seinem Corpus endlich wieder los wird. Der Plan ist folgendermaßen:
 
Am 8. Oktober, 19.30 Uhr, soll in der Basilika Steinfeld die "Messa da Requiem" von Giuseppe Verdi aufgeführt werden. Dieses Wahnsinnswerk einmal live erleben zu dürfen als Zuschauer ist schon ein absolutes Geschenk, denn so häufig wird diese Ausnahme-Komposition schon aufgrund der nötigen Vielzahl der Mitwirkenden gar nicht aufgeführt. Und erst mitwirken zu dürfen, ein Lebensereignis.
 
Ziel der musikalischen Ärzte und ihrer professionellen Mitstreiter ist es, mit der Aufführung des Verdi-Requiems in Steinfeld derart viele Spenden sammeln zu können, so dass der hl. Potentinus restauriert werden kann und endlich seine Pflaster wieder los wird! Sollten Spendengelder übrig bleiben, benötigt wird für den lädierten hl. Potentinus nach derzeitigen Schätzungen eine mittlere fünstellige Summe, sollen diese finanziellen Mittel in die Restaurierung der historischen Steinfelder König-Orgel fließen.
 
Um das Projekt bestens vorzubereiten, wird das Deutsche Ärzteorchester vom 3. bis zum 10. Oktober 2021 in Steinfeld proben. Ein Konzert mit dem anvisierten Programm ist für den 9. Oktober auch in Kloster Himmerod geplant, ebenfalls für einen guten Zweck.
 
Das Benefizkonzert in Steinfeld findet in Kooperation mit der Deutschen Stiftung Denkmalschutz statt. Als Solisten konnten Elvira Hasanagic (Sopran), Diana Schmid (Mezzosopran), Michael Connaire (Tenor) und Simon Bailey (Bass) gewonnen werden. Die musikalische Leitung hat Alexander Mottok, die Einstudierung des Oratorienchores Brühl wird Judith Mohr übernehmen.
 
Das Werk dauert 85 Minuten ohne Pause, Projektpartner ist eben die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die sich bereits seit einigen Jahren in Steinfeld engagiert. Die Schirmherrschaft über das Konzert hat Ministerpräsident Armin Laschet übernommen. Die Corona-Lage wird berücksichtigt.
 
Zu einem ersten Treffen zwischen den Projektpartnern Kloster Steinfeld und der Deutschen Stiftung Denkmalschutz kam es am Dienstag, 15. Juni 2021. Pater Wieslaw Kaczor, Pfarrer in Steinfeld, Ordensmann und Leiter der GdG Steinfeld, schaute sich gemeinsam mit Architektin Annette Liebeskind, der Abteilungsleiterin Denkmalförderung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, und mit Projektreferentin Karin Gehrmann den verpflasterten Potentinus an.
 
Pater Wieslaw Kaczor machte klar: "Nochmal möchte ich nicht, dass die Figur Steinfeld verlässt. Wenn der hl. Potentinus restauriert wird, dann in einem Raum hier vor Ort." Schon einmal hatte die Figur Steinfeld verlassen müssen, zu Forschungszwecken verbrachte der hl. Potentinus drei lange Jahre in Brauweiler.
 
Auch hat Pater Wieslaw Kaczor klare Vorstellungen, was die Restaurierung betrifft: "Die Farbe soll nicht holzsichtig sein und die Figur soll auch keinen modernen Anstrich erhalten, sondern so aufgearbeitet, also gereinigt und gefestigt werden, dass die Ursprünglichkeit erhalten bleibt."
 
Die Fachfrauen stimmten den Plänen des Priesters zu. Nun wird alles daran gesetzt, dass das Kleeblatt, bestehend aus dem Deutschen Ärzteorchester, dem Oratorienchor Brühl, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und Kloster Steinfeld, dem hl. Potentinus auch wirklich so viel Glück und genug Spendengelder einbringt, damit er endlich seine Pflaster wieder los wird.
 
Infos zum Kartenkauf werden demnächst bekannt gegeben.
 
Mehr zum Deutschen Ärzteorchester gibt es im Netz:
Weitere Infos zum Projekt folgen.
Wer die Messe einmal im Vorfeld anhören möchte, hier ein Hörtipp:
Fotos/Text/Hörtipp: gkli
 
Karin Gehrmann (li.), Annette Liebeskind und Pater Wieslaw Kaczor betrachten den hl. Potentinus in der Basilika Steinfeld.
Der hl. Potentinus, eine Figur aus dem 15. Jahrhundert.
Der linke Fuß des hl. Potentinus - auch hier wieder: Pflaster aus Japanpapier.
Pater Wieslaw Kaczor wünscht, dass - wenn sie zustande kommt - die Restaurierung der Potentinus-Figur im Kloster Steinfeld durchgeführt wird.
Karin Gehrmann (li.) und Annette Liebeskind kamen zu einem Besuch nach Steinfeld.
 
Foto ganz oben auf dieser Seite: Auch der rechte Arm des hl. Potentinus ist zugepflastert.