Pater Jordan – eine Spurensuche (I)

Seit 1923 sind im Kloster Steinfeld Salvatorianer tätig; einige Jahre länger schon – seit 1916 – Salvatorianerinnen.
Der Gründer dieser beiden Ordensgemeinschaften, P. Franziskus Jordan, wird am 15. Mai 2021 in Rom seliggesprochen. Anlass für eine Spurensuche – wer war Pater Jordan?
Kann sein Leben uns – mir?- heute eine Wegweisung geben.
 
Folge 1: Dranbleiben
 
Johann Baptist Jordan wurde am 16. Juni 1848 in Gurtweil (Südschwarzwald) in sehr ärmlichen Verhältnissen geboren. Schon als Kind wollte er Priester werden. Seine Erstkommunion, die Begegnung mit Christus im Zeichen des Brotes, hatte tiefsten Eindruck auf ihn gemacht. Für den Besuch des Gymnasiums und der Universität fehlte der Familie jedoch das Geld, und so musste Jordan seinen Traum – vorerst – begraben und eine Malerlehre machen. Erst Jahre später eröffneten sich für ihn neue Möglichkeiten. In harter Arbeit holte er das Abitur nach und studierte Theologie. 1878, mit 30 Jahren, wurde er schließlich zum Priester geweiht.
 
Mir imponiert, wie Johann Baptist Jordan festgehalten hat an dem, was er als seine Berufung gespürt hat. Mit viel Sinn für die Realität und das gerade Notwendige hat er nach der Volksschule die Ärmel hochgekrempelt und sich auf das Handwerk eingelassen – und doch darüber seine tiefste Sehnsucht nicht begraben.
 
Nicht jeder hat schon als Kind ein so sicheres Gespür für die eigene Berufung. Bei mir hat es sehr viel länger gedauert, bis ich ein Gefühl für den „roten Faden“ in meinem Leben hatte. Wenn ich auf das Leben von Pater Jordan schaue, dann bestärkt es mich darin, wach zu bleiben für die Frage, was Gott von mir will und auf meinem Weg zu bleiben.
 
(Bild und Text: Alice Toporowsky, Pastoralreferentin; Foto: Holzrelief im Eingang des alten Gästehauses, Steinfeld)