Steinfeld als Krimischauplatz, Olaf Müller - neues Buch

Steinfeld. Olaf Müller ist Krimiautor, und wenn er so über seine Arbeit und seine Themen berichtet, stockt das Blut in den Adern und der Atem flacht ab. Nicht nur, weil seine Bücher spannend sind, ohne Frage, sondern was noch viel schlimmer ist: Sie sind erschreckend realitätsnah. Am 12. August 2020 wird mit "Tote Biber schlafen nicht" der vierte Krimi von Olaf Müller erscheinen. Zuvor schrieb er "Die Macht am Rhein" gemeinsam mit Maren Friedlaender, "Allerseelenschlacht" und "Rurschatten". 30 Werke hat er bereits als Herausgeber auf den Markt gebracht. Die Geschichte in "Tote Biber schlafen nicht" startet in Halle in der Leopoldina, doch schnell wird das Ganze grenzüberschreitend und führt nach Krakau, Polen. "Familiäre Beziehungen und Freundschaften verbinden mich mit Polen", schmunzelt Olaf Müller bei einem Gespräch in den Mauern von Kloster Steinfeld etwas geheimnisvoll. In Krakau wird ein Biberprofessor der RWTH Aachen tot aufgefunden. Im weiteren Verlauf landet der Leser in Vogelsang, da baumelt ein Immobilienhai an der Victor-Neels-Brücke, den es kalt erwischt hat. Kommissar Michael Fett, dem in den Krimiromanen von Olaf Müller immer die Hauptrolle zugedacht wird, nimmt die Ermittlungen auf. Als ein dritter Toter in der Kläranlage von Kloster Steinfeld entdeckt wird und sich Zusammenhänge zwischen den Toten herauskristallisieren, wird die Geschichte mehr als unheimlich.
Olaf Müller wurde 1959 in Düren geboren, eher beiläufig erzählt er, dass sein Vater Polizist war. Zunächst erlernte der Autor den Beruf des Buchhändlers, dann studierte er Germanistik und Komparatistik an der RWTH Aachen. Seit 2007 leitet Olaf Müller den Kulturbetrieb der Stadt Aachen mit 220 Mitarbeitern. Gerne reist er durch die Welt, gerne wandert er aber auch durch die Eifel, die er noch aus seiner Zeit als Segelflieger in Bergstein ausgezeichnet aus der Luft kennt. In der Eifel findet er auch viele Themen, wozu er betont sagt: "Die Themen suche ich nicht, die Ideen kommen zu mir." Ein Kernpunkt im neuen Roman "Tote Biber schlafen nicht"  wird die Frage sein: "Wem gehört die Eifel?" Eine berechtigte Frage, denn Energiekonzerne greifen gerne auf die unberührte Eifel zu, ebenso große Wirtschaftskonzerne, die bereits vor Jahren riesige Flächen an Wald weggekauft haben.  Menschen aus den Nachbarländern, in denen Land knapp ist, kaufen bevorzugt in bestimmten Landstrichen Immobilen. Auch der Hambacher Forst spielt eine Rolle, vor allem der zweifelhafte Umgang dort mit dem Gesetz. Olaf Müller: "Im Hambacher Forst erlebe ich eine Störung des Rechtssystems, weil die brutalen Angriffe der sogenannten ,Aktivisten' folgenlos bleiben. Im Hambacher Forst gibt es wohl Menschen, die manipulieren sich die Fingerkuppen, indem sie sie abrasieren, um nicht identifizierbar zu sein." Er führt weiter aus: "Ich orientiere mich an gesellschaftlichen Konflikten, in diesem Fall war es die Oberfrage: ,Wem gehört die Eifel?' Das ist im Fall der toten Biber die Folie, auf der ich etwas konstruiert habe."
Die Eifel und die Menschen dort, das ist für Olaf Müller ein wunderschönes Stück Heimat. Er selbst fühlt sich dort wie zu Hause und kennt sich bestens aus. So ist es nicht verwunderlich, dass ausgerechnet in Sötenich, Rinnen und Steinfeld ebenfalls kräftig ermittelt wird und schauerliche Dinge passieren. Für Steinfeld erfand Olaf Müller zwei Priester, einer ähnelt der Figur des "Pater Brown", der nun mit der Mordkommission in Euskirchen zusammen ermitteln muss, was ihm nicht unbedingt gefällt. Privat bedeutet Steinfeld für Olaf Müller: "Steinfeld ist ein großer Entschleunigungsort, ein Ort der Stille und der Rückkehr, aber auch des Aufbruchs; mich begeistern unter anderem die verschiedenen Kunststile." Vor allem das Tor hinter dem Labyrinth spielt im Krimiroman "Tote Biber schlafen nicht" einen Dreh- und Angelpunkt.

Text/Fotos: gkli