Die Skulpturen von Maria und Josef an der Spitze der Ordensgründer in der Basilika Steinfeld

Als Reaktion auf den letzten Beitrag haben berechtigte Nachfragen deutlich gemacht, dass in der Collage zwei von den elf im Text erwähnten Skulpturen gefehlt haben: die Gottesmutter und Josef, ihr Bräutigam, jeweils mit dem Jesuskind auf dem Arm. Der Grund: Die neun Ordensgründer waren bereits nur mit Mühe auf einem Bild unterzubringen, noch mehr Personen hätten die Darstellung aller noch kleiner werden lassen. Daher sollen heute die beiden religiös – und auch bildhauerisch – bedeutsamsten Skulpturen separat vorgestellt werden.

Anders als die Ordensgründer sind sie nur etwa 1, 50 m hoch. Ihre damalige Position war die vom Altar aus erste aller elf Skulpturen, und zwar an den beiden Pfeilern, an die heute die Kommunionbank rechts und links anstößt. Zur Vervollständigung hier noch einmal eine knappe Beschreibung: Am nördlichen Pfeiler die aus dem 18. Jahrhundert stammende Skulptur der Gottesmutter, dargestellt als gekrönte Himmelskönigin, die ein Rosenzepter in ihrer Rechten hält mit dem Jesuskind auf dem linken Arm, das nur mit einem Lendentuch bekleidet ist und mit seinem rechten Händchen einen Segensgestus anzudeuten scheint. Die auf alten Bildern aus der Basilika noch zu sehenden Attribute des Mondes und der Schlange unter den Füßen der Madonna sind bei der Restaurierung vor der Neuaufstellung entfernt worden.

Die Komplementärfigur des heiligen Josef als Bräutigam Mariens und Pflegevater Jesu befand sich genau gegenüber auf einer Konsole am südlichen Pfeiler. Sie dürfte noch etwas älter sein und wird daher meist ins 17. Jahrhundert datiert. Josef hat seinen Mantel locker vor den Leibrock geschlungen und hält auf seinem rechten Arm das Jesuskind, das seine kleinen Hände lebhaft und liebevoll nach ihm ausstreckt. Die jetzigen Farbfassungen beider Skulpturen dürften auf jüngere Restaurierungsversuche zurückgehen.

Da es sich bei diesen älteren Skulpturen tatsächlich um zwei Beispiele des für viele „unbekannten Steinfeld“ handelt, ist auch die Frage verständlich, wo genau diese beiden Kunstwerke heute zu finden und zu betrachten sind. Die Marienstatue hat in der Hauskapelle der Salvatorianer an einer vergleichbar prominenten Stelle, vorne links vor dem Altarraum, Aufstellung gefunden. Sie legt so Zeugnis ab für die in der Hausgemeinschaft ungebrochen lebendige Marienverehrung, nicht nur in den Marienmonaten Mai und Oktober. Die Statue des heiligen Josef steht zur Rechten des Altars in der zweiten Kapelle des südlichen Querhauses, also zwischen der Kapelle mit der Chororgel und der als Taufkapelle fungierenden Stephanuskapelle. Dass auch der heilige Josef immer noch Adressat der Bitte um Fürsprache und Schutz ist, beweisen die Kerzen, die Besucher und Beter in der Basilika dort immer wieder entzünden. Diese Praxis hat dieser Kapelle den neuen Namen Josefskapelle verliehen.

„Gott, du hast in deiner wunderbaren Vorsehung den heiligen Josef zum Bräutigam deiner heiligsten Mutter erkoren. Wir bitten dich, lass uns im Himmel den zum Anwalt haben, den wir auf Erden als unseren Beschützer verehren, der du lebst und herrschst in alle Ewigkeit. Amen“

(Aus der Litanei des hl. Josef)

Text und Fotos: Helmut J. Kirfel