Die Krippe in der Basilika Steinfeld - Urft stand Pate

Zahlreiche Krippen in unseren Kirchen weisen inzwischen einen besonderen Charakter auf, der sie zu Anziehungspunkten macht. Seit vielen Jahren ist in Steinfeld eine Eifel- oder Bauern-Krippe zu bewundern. Hier ist das weihnachtliche Geschehen um die Geburt Christi in ein dörfliches Ambiente verlegt, das viel Lokalkolorit aus dem früheren bäuerlichen Leben der Nordeifel, genauer des Ortes Urft zeigt, der zur Pfarrgemeinde Steinfeld gehört.
 
Der Schnitzer dieser Krippe war Fritz Remes (+ 2005), gelernter Bäcker und Zimmermann, lange Zeit bekannter und beliebter Hausmeister im Hermann-Josef-Haus in Urft, ein bewundernswertes Multitalent. Nach gründlicher planerischer und zeichnerischer Vorarbeit entstand diese Krippe (nicht seine einzige) in etwa drei Jahren von 1998 bis 2001. Remes war mit den Urfter Verhältnissen seit seiner Kindheit bestens vertraut. Des Öfteren verbrachte er schon damals seine Schulferien in Urft, wo zwei seiner Tanten als Salvatorianerinnen lebten und arbeiteten.
 
Das Besondere besteht darin, dass einige der Fachwerkhäuser und auch die meisten Figuren in ihrer Gestaltung zumindest ansatzweise an ganz bestimmte Häuser und Menschen erinnern, so das Haus auf der linken Seite mit Gastwirtschaft inkl. Theke, Bierfass und Speisekarte (heute Haus der Fam. Knie) mit dem Wirt, dessen abwehrende Geste an die vergebliche Herbergssuche der Heiligen Familie erinnert. Oder auf der rechten Seite Teile der alten Urfter Mühle nahe Dalbenden.
Die Dächer sind unter anderem mit ca. 7.000 winzigen geschnitzten Holzschindeln gedeckt. Auch ein Toilettenhäuschen mit Herzfensterchen gehört zum Ensemble. Die Fuhrwerke und Fahrzeuge sind Urfter Vorbildern nachempfunden. Die Personen ähneln solchen, die Remes namentlich nennen konnte, was hier wegen des Datenschutzes nicht wiederholt werden soll. Nur beim Kamelführer Mustafa, der die Vorhut der Heiligen Drei Könige andeuten soll, wurde eine Ausnahme gemacht.
 
Mit dieser Idee hat der Krippenbauer Fritz Remes das Weihnachtsgeschehen als in seiner Bedeutung den Menschen nahes Geschehen präsentiert: Im Hier und Jetzt unseres geschäftigen, arbeitsreichen Alltags scheint die Geburt des Erlösers angesiedelt. Gleichzeitig erinnert das etwas nostalgisch anmutende bäuerliche Umfeld die Betrachter daran, dass die zeitliche Distanz der historischen Vorgänge nicht ausgeblendet werden soll: der langen Geschichte Gottes mit seinem Volk, einer Geschichte zum Heil aller Menschen guten Willens zu allen Zeiten und in allen Gegenden der Welt.
 
Heute wird die Krippe aufgebaut von Irene und Friedrich Remes und von Resi und Hermann Josef Nolden.
 
Text / Foto: Helmut J. Kirfel