Dachdecker entdeckt lockeres Turmkreuz

Sanierungsarbeiten am Basilika-Dach schreiten voran

Steinfeld. Nach der Beendigung der Sanierung des Westwerks und der Eindeckung der beiden runden Westwerktürme zwischen 2010 und 2015 wurde mit den Planungen für die Erneuerung aller Dachflächen der Basilika mit Ausnahme der Dächer des Vierungsturms begonnen. Helmut J. Kirfel, der die Arbeiten betreut, sagt: "Es geht dabei nicht nur um die Erneuerung der Verschieferung, sondern auch um die Auswechslung der Unterkonstruktion aus Holz und deren Abklebung mit Dachpappe. Außerdem müssen die Dachreiter alle neu gezimmert und verschiefert werden und natürlich gehört zu diesen Arbeiten auch die Erneuerung der Wasserführung samt Dachrinnen und Fallrohre. Der gezimmerte Dachstuhl selbst erwies sich Gott sei Dank als noch stabil und tragfähig. Bei dieser Gesamtdachfläche handelt es sich um beinahe 10.000 Quadratmeter. Die Gesamtkosten wurden veranschlagt mit 1,7 Millionen Euro veranschlagt. Die Arbeiten wurden in drei Bauabschnitte (BA) unterteilt: der erste BA beinhaltet das Norddach; der zweite BA die Dächer über Querhäusern, Sakristei und Chorkapellen; dritter BA: die Dächer auf der Südseite.

Als Zeitplan für Ausführung und Fertigstellung war vorgesehen: 1 - 2018, 2 - 2019, 3 - 2020. Helmut J. Kirfel: "Da sich die Arbeiten im zweiten BA jedoch als umfänglicher als geplant erwiesen, gerieten wir in Verzug, so dass die Planung jetzt heißt: 1 - 2018, 2a - 2019, 2b - 2020, 3 - 2021." Einer der Gründe, warum der zweite BA verlängert werden musste, war folgender: Der Dachdecker sah bei seinen planmäßigen Arbeiten, dass auch auf den Dächern des Vierungsturms Schieferplatten ausgewechselt werden mussten. Kirfel. "Als er mit diesen Arbeiten befasst war, hat er - ganz in der Nähe der Turmspitze kletternd - entdeckt, dass das schwere Turmkreuz mit Hahn in den Befestigungen so korrodiert war, dass die Gefahr bestand, dass es jeden Augenblick bei einem Sturm herabstürzen könnte. Deswegen haben wir es sofort herunternehmen lassen und noch einmal rund 80.000 EUR aufwenden müssen, um die gesamte Bekrönung (Kreuz und Hahn) des Vierungsturmes denkmalschutzgerecht restaurieren und wieder aufsetzen zu lassen." Ausführender Architekt ist Thomas Staerk aus Roetgen (Collage/Foto Mitte/li.; Collage/Foto unten Mitte zeigt P. Wieslaw Kaczor).

Beim Norddach handelt es sich um ein "Gemeinschaftsdach". Um 1740 wurde der Kreuzgang des Klosters aufgestockt und über dieses obere Stockwerk wurde das leicht angehobene Kirchendach herabgezogen, damals kein großes Problem, weil ja Kirche und Kreuzgang gleichermaßen Klostereigentum waren. Kirfel: "Heute aber bedeutet dies, dass das untere Drittel dieser Dachflächen Eigentum des Klosters ist, während die oberen zwei Drittel der Pfarrgemeinde gehören. Wir haben uns aber auf die entsprechende Kostenaufteilung geeinigt." Natürlich bedeutete das, dass nicht nur die Pfarrgemeinde, sondern auch das Kloster einiges an Eigenleistung aufbringen mussten. Auch wenn das Bistum Aachen das Projekt in großzügiger Weise gefördert hat und die Denkmalpflege ebenfalls, bleibt eine gewaltige Eigenleistung auf uns lasten. Wer eine Spende für die Rundumsanierung des Steinfelder Kirchendachs geben möchte, kann sich telefonisch an das Pfarrbüro wenden: 0 24 41 / 77 92 12 .

Fotos: P. Wieslaw Kaczor, Text: Helmut J. Kirfel, gkli