Renovierung der Hauskapelle abgeschlossen

Neue Farbe duftet zart nach Zitrone
Steinfelder Hauskapelle erstrahlt in neuem Glanz

Kall-Steinfeld. Ein leichter Zitronenduft durchweht die Hauskapelle in Steinfeld, die Wände wirken makellos. Kirchenmalermeister Dennis Apel arbeitete gemeinsam mit zwei Kollegen fünf Wochen lang im spätgotischen Gemäuer, dessen Schlussstein das Jahr 1481 anzeigt. Der Fachmann erklärt den weichen Duft der neuen Farbschicht, der sich sehr deutlich von den gängigen chemischen Düften zeitgenössischer Farben unterscheidet: "Wir haben mit Kalkseife gestrichen, dabei handelt es sich um gebrannten und gesumpften Kalk, der 48 bis 90 Monate unter vorheriger Zugabe von Wasser gereift ist." Neben Lehm gilt Kalk als eines der ältesten Bindemittel, das bereits vor 3000 Jahren Verwendung fand.

Dennis Apel, 45 Jahre alt und aus Würzburg, ist in Steinfeld kein Unbekannter. Der Kirchenmalermeister arbeitete bereits an der Fassade des Klosters, weiter am Würzburger Dom, am Schloss Heidelberg und an weiteren prominenten Gebäuden etwa in Wien, Belgien, der Schweiz und Österreich. In Steinfeld fühlt er sich sehr wohl, er sagt: "Steinfeld ist ein Kraftort, man kommt hier nach Hause. Die Hauskapelle ist wunderschön, sie besitzt eine tolle Akustik." Die Wände malte er weiß, das Kreuzgerippe und die Schlusssteine wurden farbig retuschiert. Insgesamt, so schätzt Dennis Apel, besitzt die Steinfelder Hauskapelle circa zehn Farbschichten an den Wänden, die sich jeweils aus drei bis fünf einzelnen Anstrichen zusammensetzen. Apel: "So eine Kirche wird in der Regel alle 30 bis 70 Jahre neu gestrichen, das kann man auf das komplette Alter runterrechnen." Dann sagt er noch einige Worte zu seiner auffallenden Arbeitskleidung: "Es handelt sich um Zunftkleidung, die Farbe Weiß steht für das Malerhandwerk und die Farbe Rot für Gestaltung. Der Beruf des Kirchenmalers ist übrigens ein eigenständiger Ausbildungsberuf." Neben der Hauskapelle im Kloster Steinfeld wird auch die kleine, angrenzende Sakristei aufgearbeitet, so dass auch dort demnächst ein leichter Zitronenduft durch die Luft weht und die Wände makellos erscheinen.