Das geheimnisvolle Kästchen

In der Sakristei in Steinfeld hängt ein Kästchen, an das sich viele Messdiener und Schüler erinnern können; doch wofür ist das Kästchen mit den ganzen Namen gut?

Der Steinfeler Küster Stephan Hönig berichtet: "Das Kästchen ist gewissermaßen ein Altarbelegungsplan für die Patres und Brüder im Kloster Steinfeld. Früher war es üblich, dass jeder Pater jeden Tag eine Messe las. Nach dem 2. Vatikanischen Konzil, das 1965 beendet wurde, ebbte diese Praxis zunehmend ab, weil sie nicht mehr erwünscht war. Die Messe sollte ab dem 2. Vatikanum eine Gemeinschaftsmesse und keine Soloveranstaltung mehr sein. In dem Schränkchen sind die einzelnen Altäre aufgeschrieben, die jeweiligen Uhrzeiten und die Zelebranten mit ihrem jeweiligen Messdiener. In der linken Spalte steht der jeweilige Pater (R. P. reverendus pater = ehrwürdiger Vater), in der rechten der Messdiener, in der Regel ein Bruder, also ein nicht zum Priester geweihter Ordensmann. Der Hermann-Josef-Altar und der Marienaltar (Altare Beatae Mariae Virginis) scheinen besonders begehrt gewesen zu sein. Dort stehen öfter auch gleich zwei Patres im Plan. Das Schränkchen spiegelt den Stand der Belegschaft im Zeitraum von 1965 bis 1970 wider, genau er kann ich den Zeitraum nicht eingrenzen. Das Kloster war damals mit mindestens 63 Patres und Brüdern belegt.

Der Schreiber der Täfelchen konnte wohl nicht so ganz gut Latein. Dies zeigt die Schreibweise von "resurrectionis". Auf dem Täfelchen fehlt ein r.
Die Patres haben auch die Kapelle des Hermann-Josef-Hauses und die in Wahlen genutzt."

Text: Stephan Hönig; Thementipp: Maria Mattes; Foto: gkli